Sie prägte die Schule seit deren Bestehen

us den Händen von Schulrat Uwe Wurz (r.) erhielt die Rektorin der Neckarelzer Waldsteigeschule, Jutta Preis, bei einer Feierstunde die Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand. Foto: frh

Jutta Preis als Rektorin der Waldsteigeschule in den Ruhestand verabschiedet.

Neckarelz. (frh) Gerade erst hat die Waldsteigeschule (WSS) ihr 25-jähriges Jubiläum gefeiert. Genauso lange ist auch Jutta Preis hier tätig gewesen. Die Grund- und Hauptschullehrerin war hier seit der Gründung der Schule 1997 als Lehrkraft tätig. 2014 hatte sie zunächst kommissarisch und 2016 auch formal die Nachfolge des verstorbenen Schulleiters Reinhold Bacher angetreten. Bei einer Feierstunde in der Schulaula am Freitag wurde sie als Rektorin in den Ruhestand verabschiedet.

„Ihre Abschiedsrunde“ besangen und intonierten die Kinder des Chores und der „Musikwerkstatt“ sowie der Waldsteigeband gemeinsam unter der Leitung von Musikpädagogin Katrin Glenz. Für das Kollegium begrüßte Lehrerin Bettina Jordan, die im kommenden Schuljahr auch kommissarische Nachfolgerin in der Leitung ist, die rund 50 geladenen Gäste.

Dass Jutta Preis die „Verbindung zur Musik in das Buch des Lebens geschrieben“ worden sei, stellte Schulrat Uwe Wurz in seiner Laudatio gleich eingangs heraus. Die Musik sei „Kraftquelle“ für ihr gesamtes pädagogisches Wirken gewesen. Das Engagement im Fachbereich Musik sowie die Betreuung von Chören, Flöten- und Orff-Orchestern bis hin zu Tanzgruppen hätten stets „besondere Beachtung und höchstes Lob“ gefunden.

Preis hatte ihre Lehramtslaufbahn 1980 im Vorbereitungsdienst an der Grundschule Oberschefflenz begonnen. Nach Heirat und familiärbedingter Pause mit der Geburt ihrer beiden Kinder Daniela und Matthias folgten ab 1989 Stationen an der Hauptschule Walldürn, der Grund- und Hauptschule Elztal sowie der Grundschule Waldhausen. 1997 kam sie an die neu geschaffene WSS, wo sie im April 2016 zur Rektorin ernannt wurde. „Uns fällt es schwer, Sie gehen zu lassen!“, rief Wurz der Pädagogin zu, die überall „einen hervorragenden Ruf“ genieße. Wenige Minuten später versetzte er sie mit Handschlag und Urkunde in den Ruhestand.

Anerkennende Worte sprach für die Schulen im Stadtgebiet der geschäftsführende Schulleiter Marco Schirk. Das Wirken von Preis habe sich „in der sehr guten Arbeit an der Waldsteigeschule immer widergespiegelt“, unterstrich Schirk. Oberbürgermeister Michael Jann würdigte die ausscheidende Rektorin als „eine Frau, die genau weiß, worauf es ankommt und das im Schultag umsetzt“. Dabei hob er auch deren breites ehrenamtliches Engagement hervor, das sie u.a. als Schulsportbeauftragte des Tanzsportzentrums Mosbach mit ihrem Beruf zu verbinden wusste.

Elternbeiratsvorsitzender Sven Tschirch, der auch für die Vorsitzende des Fördervereins „Bücherwurm“, Pinar Dogan sprach, wusste ebenfalls von einer vertrauensvollen Zusammenarbeit zu berichten. „In der Corona-Krise telefonierten wir manchmal noch spät abends, um die Fragen der Eltern zu klären“, erinnerte er sich. Der katholische Schuldekan David Laufer fügte geistliche Segenswünsche für den neuen Lebensabschnitt der verdienten Pädagogin hinzu.

Das „Waldsteige-Team“, zu dem an der WSS neben den Lehrkräften auch Ehemalige und Freunde der Schule gehören, hatte eine Schultüte mitgebracht. Gemeinsam mit den Schülervertretern Lilli und Danis füllte man diese mit allerlei kleinen Präsenten, welche das Darsein als Pensionärin etwas „versüßen“ und zurückerinnern sollen.

Nehmen lassen wollte es sich die Geehrte aber auch nicht, selbst noch einmal zu einer Abschiedsrede ans Pult zu treten. Dabei kam auch die eine oder andere Anekdote ans Licht. So beschrieb Preis, wie sie auf ein riskantes Manöver zurückgriff, um an die neue WSS versetzt zu werden. Der damalige Schulrat Wagenbach hatte sie wegen dringenden Bedarfs gebeten, noch ein Jahr länger als geplant in Waldhausen zu unterrichten, wohin sie nur als Krankheitsvertretung abgeordnet war. Sie sagte für den Fall zu, dass er ihr im Gegenzug zusichere, danach an die Schule versetzt zu werden, die in Sichtweite von ihrer Haustüre gerade gebaut wurde. Wagenbach willigte ein und hielt sein Wort. „Es war der beste Deal meines Lebens!“, resümierte Jutta Preis unter Beifall.

Stimmungsvollen musikalischen Einlagen – u.a. durch die von Jutta Preis selbst geleitete Tanz-AG – lockerten mit flotten Musiktiteln das Programm auf. Im Anschluss wurde zum Sektempfang in mit kleinem Imbiss auf dem Schulhof übergeleitet.