Ein halbes Jahrhundert im stetigen Wandel begriffen

Dr. Tobias Markowitsch beim Vortrag zu 50 Jahren Auguste-Pattberg-Gymnasium. Foto: frh

50 Jahre Auguste-Pattberg-Gymnasium mit Schulfest gefeiert.

Neckarelz. (frh) Ursprünglich als Bildungszentrum entstanden, ist es heute mit rund 1.300 Schülerinnen und Schülern eines der größten Gymnasien der Region: Das Auguste-Pattberg-Gymnasium (APG) in Neckarelz. Am Samstag konnte nun das halbe Jahrhundert gefeiert werden. Dass Vielfalt der Angebote und beständiger Wandel hier schon immer eine zentrale Rolle gespielt haben, wurde bereits beim Festakt zum Beginn des ganztägigen Schulfestes deutlich, zu dem Schulleiter Dr. Thomas Pauer begrüßte.

Pauer stieg mit seinen Ausführungen zur Geschichte beim ersten Schultag ein, der hier am 13. September 1972 unter Schulleiter Dr. Alois Hafner stattfand. Die Beschlüsse waren bereits 1966 gefallen, mit dem Spatenstich am 3. November 1969 startete die Bauphase, die im Zuge eines Hochwassers durch eine „Aufstelzung“ ergänzt wurde. Am „Auguste-Pattberg-Bildungszentrum Neckarelz-Diedesheim“, wie die Schule damals noch hieß, sollten ursprünglich alle Formen des dreigliedrigen Schulsystems dargestellt werden. Es kam letztlich wegen der Entwicklung der Nachfrage aber nur zu Hauptschule und Gymnasium, wovon Letzteres erhalten blieb. Neckarelz und Diedesheim waren damals noch eigenständige Gemeinden, so dass die für 2.000 Schüler konzipierte Schule zunächst in einem Zweckverband getragen wurde.

Der „Lebensbaum“ der Schule habe „viele Wendungen erfahren“, beschrieb Pauer. Die Hauptschule wurde im Zuge der neuen Werkrealschulkonzeption nach 2010 sukzessive aufgelöst. Die Bildungspolitik habe zunächst dazu geführt, dass man auf den kürzeren „G8“-Zug zum Abitur kam, um dann später eine der ersten Gymnasien im Land zu werden, die parallel den G8- und den traditionellen „G9“-Zug anzubieten. Und zu dem heutigen, reinen G9-Konzept stünde man im Kollegium an APG auch geschlossen.

Der Dank von Schulleiter Dr. Pauer galt neben der Schulgemeinschaft sowie der Stadt Mosbach nicht zuletzt auch den ehemaligen Lehrkräften. Für diese stellvertretend richtete er sich dabei an die ehemaligen Schulleiter Regine Schmock und Hans-Peter Haas, die unter den Gästen waren.

Oberbürgermeister Michael Jann unternahm eine kleine Zeitreise in das Gründungsjahr 1972, in das viele bedeutsame Ereignisse der Zeitgeschichte fallen. Stetige Veränderungen seien beim APG schon am Gebäude ersichtlich, weil „immer irgendwas an- und umgebaut wurde“, beschrieb Jann. Dass diese Erneuerungen auch teuer waren, belegte er mit Aufzählung einiger Maßnahmen, die sich über die Jahre auf rund 7,5 Millionen Euro summieren. Dadurch wäre man nun „up to date“ und es sei am APG „immer gelungen, das Beste aus den Gegebenheiten zu machen“.

Die Schülersprecher Elina Dmitricenko und Jonathan Wieder stellten einige der Aktionen zum Schulfest vor. Beteiligt hatten sich dafür nahezu alle Klassen und AGen mit einzelnen Stationen. Eine umfangreiche Festschrift wurde ebenfalls aufgelegt, die gegen eine Spende am Stand des Förderkreises der Freunde des APGs vertrieben wurde.

Die Festrede hielt mit Dr. Tobias Markowitsch einer der bis heute über 3.300 Ehemaligen des APG. Er wählte einen eher philosophischen Ansatzpunkt und stellte die namensgebende Lyrikerin Auguste Pattberg in den Mittelpunkt. „Wissbegierde und Neugier“ verbinde sich mit ihrer Person und verkörpere die Vielfalt der Angebote, die es schon zu seiner Gymnasialzeit gegeben habe. Der musische und kulturelle Bezug präge noch heute den guten Namen des APG, zeigte Markowitsch auf.

Musikalisch umrahmt wurde der Festakt virtuos und stimmgewaltig durch die Lehrkräfte Dorothea Straub und Marco Schäfer sowie Schülerin Emilia Schork. Und auch die vielen weiteren musizierenden Gruppen der Schule demonstrierten im Laufe des Tages ihr Können bei Auftritten im Schulhaus.

Es dürften weit über 1.000 Besucher/innen gewesen sein, die im Laufe des Tages am APG vorbeischauten. Dabei zeigte die Vielfalt sich einmal mehr so umfänglich, dass es für kaum jemanden möglich gewesen sein dürfte, wirklich alles zu sehen und auszuprobieren. Vom Dosenwerfen oder Torwandschießen im Außenbereich über thematische Stellwände etwa zum Umweltschutz oder als „Schulrätsel“ bis hin zum „Casino“ im Klassenzimmer dürfte für jeden etwas dabei gewesen sein. Und kulinarisch ließ die Auswahl samt internationaler Küche ohnehin kaum Wünsche offen.