Der „Kreisler“ im neuen Jahrgang

Stolz ist man bei der landkreiseigenen Digeno gGmbH auf den eigenen Weinanbau. Auf dem Foto v.l.: Digeno-Geschäftsführerin Ilka Zwieb, Arbeitsanleiter Arnd Richter, Winzer Tobias Nägele und Landrat Dr. Achim Brötel. Foto: frh

Weinpräsentation am Schreckberg in Diedesheim – Weingut der „Digeno“ wird von Menschen in „Arbeitsgelegenheiten“ bestellt.

Mosbach. (frh) Seit einigen Jahren gibt unter der Flagge des Neckar-Odenwald-Kreises eine eigene Weinmarke. „Kreisler“ hat man das Produkt getauft, das die im öffentlichen Eigentum des Landkreises stehende Dienstleistungsgesellschaft Neckar-Odenwald gGmbH, kurz „Digeno“, am Diedesheimer Schreckberg bzw. Herzogsberg produziert. Dieser Tage stellte man den neuen Jahrgang eben dort offiziell vor.

„Es ist wie ein kleines Paradies“, meinte Landrat Dr. Achim Brötel zwischen den Weinreben mit Blick von gehobener Lage auf den Neckar, den Mosbacher Stadtteil Diedesheim und die Gemeinde Obrigheim gegenüber auf der anderen Flussseite. Nicht zu unterschätzen ist aber auch die Sonneneinstrahlung, die hier auf die Arbeitskräfte einwirkt. Beschäftigt werden hier Menschen, die zuvor im Sozialleistungsbezug waren, durch die Digeno in Form von „Arbeitsgelegenheiten“, welche früher als „1-Euro-Jobs“ bekannt waren und heute mit einem Euro und 50 Cent pro Stunde formal entlohnt werden.

„Zu sehen, welche Früchte die Arbeit trägt“, habe viele Vorteile bei dem Unterfangen, Jugendliche zu motivieren, erklärte Digeno-Geschäftsführerin Ilka Zwieb. Am Ende des Tages sei man aber „ein Partner, mit dem man kein Geld verdient“, fügte sie mit Blick auf das Endprodukt hinzu. Der gemeinnützige Aspekt stehe im Vordergrund. Der Ertrag liegt derzeit bei lediglich 418 Flaschen von je 0,75 Litern, mithin 313,5 Litern insgesamt. Den Vertrieb hin zum Endverbraucher würde man über die kleineren Verkaufsgelegenheiten hinaus gerne auf Gastronomiebetriebe ausweiten: „Es wäre schön, wenn wir da noch lokale Partner hinzugewinnen könnten“, so Zwieb.

„Bei einem gewöhnlichen Arbeitstag haben wir hier fünf bis sieben Personen im Einsatz“, beschrieb Arbeitsanleiter Arnd Richter. „Wenn die Leute einmal hier sind, finden sie oft Freude daran“, sagt er über den Nutzen des Projekts für Menschen, die lange ohne Arbeit waren.

Seit 2021 wird aus der Weinernte der „Kreisler“ durch das Weingut von Tobias Nägele in Sinsheim-Weiler produziert. „Es wird ein Super-Wein“, zeigte sich Nägele auch mit Blick auf die zukünftigen Lesen sicher, als er Landrat Dr. Brötel, Geschäftsführerin Zwieb sowie die Pressevertreter entlang der Weinreben führte. Und auch, die recht hohen Außentemperaturen und relative Trockenheit des Sommers hätten hier bisher keinen negativen Einfluss.

Letztlich produziere man einen „angenehm leichten Sommerwein“ mit einem Alkoholgehalt von 11,5%. Sowohl das Etikett als auch die Flaschen wurden gemeinsam mit dem Winzer überarbeitet. Erster „neuer“ Jahrgang ist nun der „Kreisler Auxerrois 2021 Trocken“, welcher auf Anhieb die Qualitätsstufe „Kabinett“ erreichte.