Lokaler Umweltschutzgeschichte nachgespürt

Geschichts-AG des Nicolaus-Kistner-Gymnasium befasste sich mit lokalem Umweltschutz.

Mosbach. (frh) Umwelt- und Klimaschutz sind existenzielle Zukunftsthemen des politischen wie gesellschaftlichen Diskurses in der heutigen Zeit. Allerdings sind diese Themenfelder keineswegs so neu, wie beim Blick in den Medien gelegentlich er Eindruck entsteht. Umweltschutzinitiativen gab und gibt es viele, deren Wurzeln mitunter weit zurückreichen. Diesen sozialen Bewegungen, die sich für den Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen einsetzen, hat die Geschichts-AG des Nicolaus-Kistner-Gymnasiums (NKG) auf lokaler Ebene nachgespürt.

Vorstellen konnte die Gruppe von 26 Schülerinnen und Schülern verschiedener Klassenstufe dieser Tage ihre 80-seitige Broschüre unter der Überschrift „Die Erde stirbt, schaufelt ihr ein Grab! – Oder doch nicht?“. Es ist bereits das fünfte kleine Buchprojekt zur Heimatgeschichte, das aus der Geschichts-AG des ältesten Mosbacher Gymnasiums hervorgeht.

Nachdem Schulleiter Jochen Herkert auf der „Lerninsel 1“ am NKG zur Buchvorstellung begrüßt und anerkennende Dankesworte an die Beteiligten vorweggeschickt hatte, stellte zunächst die Tutorin Christine Eggers den Projektverlauf vor. „Wir waren vor große Herausforderungen gestellt“, betonte sie mit Bezug auf die zu diesem Zeitpunkt noch geltenden Corona-Schutzvorschriften. Trotzdem seien alle 26 „bei der Stange geblieben“, zeigte sich Eggers sehr zufrieden.  Es seie das wesentliche Anliegen gewesen, aus der Vergangenheit heraus „Fragen an die Zukunft zu stellen“. „Umdenken und Mitdenken im Neckar-Odenwald-Kreis“ fordert bereits der Untertitel der Broschüre. Und so beschrieben auch die Schüler/innen die von ihnen jeweils in Kleingruppen bearbeiteten Buchkapitel.

Von den Überlegungen einer „Odenwald-Autobahn“, dem voranschreitenden Waldsterben, über Sondermülldeponien bis hin zu neuen Technologien wie Solarparks und Windkraftanlagen zeigen die Gymnasiasten/innen facettenreiche Zugänge auf. Die Leserschaft wird die Inhalte aber letztlich auch selbst ein Stück weit „vernetzen“ müssen, um zu einem eigenen Überblick zu gelangen.

Dafür bieten sich lokalgeschichtlich viele konkrete Ansatzpunkte über einen längeren Zeitraum der Betrachtung. So war etwa die Bekämpfung des Fischsterbens in Neckar und Elz schon in den frühen 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts ein beachtliches Thema, während die Anti-Atomkraftdemos in den 80er- und 90er-Jahren ihre Höhepunkte hatten. Ökologischer Landbau kam erst über Skandale in der konventionellen Erzeugung von Nahrungsmittel in den Fokus. Zur neuesten Zeitgeschichte gehört das Bündnis Klimaschutz sowie der lokale Ableger der Jugendbewegung „Fridays for Future“ (FFF).

Die Autorinnen und Autoren der Neuveröffentlichung mit dem Titel „Die Erde stirbt, schaufelt ihr ein Grab! Oder doch nicht? – Umdenken und Mitdenken im Neckar-Odenwald-Kreis“ sind: Lucy Werber, Celina Peter, Lina Rudolphi, Eva Spitzer, Verena Crnjak, Lara Avdispahic, Levi Fischer, Nikita Gebel, Amon Kühnel, Leila Balzer, Jona Schnirch, Felix Bönig, Nele Schilling, Emily Raaf, Johanna Lenz, Theresa Müller, Jonathan Harsch, Henrik Becker, Leonard Ding, Moritz Leiblein, Amaranth Michel, Julius Müller, Paula Fritz, Lea-Sophie Maurer, Arielle Samuels und Luisa Leonhardt.

Info: Die Broschüre ist, so lange der Vorrat reicht, bei Kindlers Buchhandlung in der Mosbacher Altstadt für fünf Euro zu erwerben.