„Geheimsache Igel“ soll Kinder sensiblisieren

Im Bühnenstück "Geheimsache Igel" sollen Kinder lernen, Gefahren zu erkennen. An drei Grundschulen im Stadtgebiet Mosbachs, wie hier der Clemens-Brentano-Schule in Neckarelz, gastierte das Theater "3 D" aus Wiesbaden, hier mit den Schauspielern Eric Haug als "Wurzel" (l.) und Melanie Spielmann als "Krümel" (r.). Foto: frh

Präventionstheater gastierte an der Clemens-Brentano-Schule.

Neckarelz. (frh) Kinder im Grundschulalter zu stärken und sie für Gefahren von Missbrauch zu sensibilisieren, gehört zu den Aufgaben des Kinderschutzbundes. Im Neckar-Odenwald hat man sich dafür mit dem Jugendreferat des Landratsamtes zusammengetan und das „3D Theater“ aus Wiesbaden an drei Schulen im Stadtgebiet Mosbachs geholt.

„Geheimsache Igel“ heißt das Stück von Olaf Kraetke, das zwei Schauspieler des Präventionstheaters dieser Tage an der Clemens-Brentano-Schule (CBS) zeigten. Einige Wochen zuvor war die Aktion bereits, ebenfalls in Neckarelz, an der Waldsteige-Schule gestartet. Rainer Wirth vom Jugendreferat hatte zuvor im Kontakt mit den Schulleitungen die organisatorischen Vorbereitungen getroffen. Finanziell trägt die Aktion im Neckar-Odenwald-Kreis der hiesige Kreisverband des Kinderschutzbundes, für den mit Anette Weigler die Leiterin der Geschäftsstelle vor Ort war und auch die Grüße der Vorsitzenden Susanne Heering überbrachte.

In der Aula der CBS, wo sich die rund 40 Schüler/innen der dritten und vierten Klassenstufe versammelten, begrüßte Schulleiterin Annette Schabbeck gemeinsam mit der organisierenden Lehrerin, Melanie Kalbantner. Die inszenierte Geschichte handelt von Krümel (gespielt von Melanie Spielmann) und Wurzel (gespielt von Eric Haug). Dazu kommt ein Igel als Kuscheltier sowie ein im Laufe des Stück auftretender, befremdlicher Mann in blauer Kleidung (gespielt ebenfalls von Eric Haug). In kindgerechter Abstraktion gehalten, mutet der Handlungsverlauf bisweilen konfus an. Gesprochen wird zum Teil in Kindersprache, zum Teil aber auch in der Geheimsprache „Ugulu“. Letztere setzten die beiden Schauspieler für Passagen ein, deren exakter Inhalt nicht wichtig ist oder deren Inhalt zur Überforderung des kindlichen Verständnisses führen könnte.

Im Wesentlichen geht es darum, dass Krümel als ein Mädchen charakterisiert wird, das glücklich und zufrieden ist. Doch bald kündigt sich Ungemach in der heilen Welt an, als nach und nach dunkelblaue Elemente auftauchen. Durch eine emotionale Drucksituation gedrängt, steigt Krümel in eine blaue Kiste. Was darin geschieht, bleibt im Verborgenen. Klar ist aber, dass Krümel seit dem Vorfall verstört ist. Sie weint und selbst Wurzel kommt nicht mehr an sie heran. Erst nach einigem Ringen öffnet sie sich doch. „Nein sagen“ zu lernen, halfen an der betreffenden Stelle dann die Kinder im Publikum lautstark mit.

Im Nachgespräch mit dem jungen Publikum übertrug Eric Haug, der auch Theaterpädagoge ist, die Ereignisse aus dem Bühnenstück stufenweise in das reale Leben. Dabei zeigte er auf, dass nicht alle Menschen gute Absichten haben. Und nicht zuletzt, dass man mit vertrauten Menschen, wie Eltern und Lehrer, so schnell wie möglich über bedrückende Geschehnisse sprechen muss, damit geholfen werden kann!