Das Thema „Krieg“ belastet auch die Kinder

Eine "kindgerechte" Mahnwache angesichts des Krieges in der Ukraine gestaltete die Clemens-Brentano-Schule Neckarelz am Mosbacher Chateau-Thierry-Platz mit. Koordiniert wurde die Aktion von Lehrerin Tabea Bah (vorne l.). Foto: frh

Clemens-Brentano-Schule gestaltete die wöchentliche Mahnwache zum Krieg in der Ukraine mit.

Mosbach/Neckarelz. (frh) Mit dem ukrainischen Siegerlied des diesjährigen Eurovision Songcontests, das aus einem Lautsprecher schallte, startete die bereits 19. Mahnwache zum Ukraine-Krieg am Mosbacher Château-Thierry-Platz, zu der ein breites Bündnis von Parteien und deren Jugendorganisationen sowie Wählervereinigung aufruft. Anders als sonst, stand diesmal das Empfinden von Kindern angesichts der befremdlichen Geschehnisse im Osten Europas im Fokus. Die Gestaltung oblag der Clemens-Brantano-Schule (CBS) aus Neckarelz.

Nachdem Kreisrätin Lena-Marie Dold (Bündnis90/Grüne) begrüßt und den Ablauf skizziert hatte, übergab sie das Mikrofon an Tabea Bah für einen Wortbeitrag aus pädagogischer Perspektive. Bah ist Klassenlehrerin der 1a an CBS. „Viele Schüler/innen kennen Flucht entweder aus persönlichen Erlebnissen oder aus den Erzählungen ihrer Eltern oder Großeltern“, so Bah. Mit Ausbruch des Ukraine-Krieges sei dieser sofort zum regelmäßigen Gesprächsthema geworden. Häufig verbunden „mit der Angst, dass der Krieg sofort nach Deutschland kommen könnte“. Sofort kamen Fragen auf, die auch das „Warum“ des Krieges betrafen. Was Erwachsenen schon schwer nachvollziehbar erscheint, lässt sich Kindern kaum zufriedenstellend erklären.

Um wenigstens ansatzweise kindergerechte Erklärungen aufzuzeigen, wurden die Fragen gesammelt und dazu vereinfachte Antworten auf Karten geschrieben. Diese legte man auf beschriebenen Karten und verlas die Antworten. Damit einhergehend entstand auch eine gewisse Übung im Vorlesen vor Publikum. Warum greift Russland die Ukraine an? Warum ist das gefährlich? Müssen sich Kinder in Deutschland Sorgen machen? Solche und ähnliche Fragen verlangen den Lehrkräften einiges an Fingerspitzengefühl ab, um die Balance zwischen Beruhigung und Wahrheit zu halten, ohne zu sehr in überfordernde Details zu geraten.

Gemeinsam sangen die Kinder das Friedenslied „Wir wünschen Frieden euch allen!“, das mit Lehrerin Elke Bohlinger eingeübt worden war. Noch einmal etwas Lesübung gab es durch die Friedenswünsche, die man auf Sprechkarten in den blau-gelben Nationalfarben der Ukraine geschrieben hatte. Sie wurden an den vor einigen Wochen neu geschaffenen „Friedenspfahl“ befestigt.

Ob und wie die Wünsche in Erfüllung gehen, wird letztlich die Zeitgeschichte beantworten. Eines jedoch zeigen sie klar: Der Krieg betrifft alle! Es ist zweifelsohne wichtig, dass die Fragen von Kindern nicht gänzlich unbeantwortet bleiben, die Antworten aber auch nicht überfordern. In gemeinsamen Aktionen wie die Mitgestaltung der Mahnwache sah die Rektorin der CBS, Annette Schabbeck, einen sinnvollen Beitrag, den Umgang mit dem schwierigen Thema zu erleichtern.