Friedenspolitik in den Mittelpunkt des Maifeiertags gerückt

Unter dem Motto „Gewerkschaften für den Frieden“ stand der diesjährige „Tag der Arbeit“ beim Deutschen Gewerkschaftsbund. Zum Empfang von dessen Kreisverband Neckar-Odenwald am Vorabend des Maifeiertages fanden sich die Gäste im Mosbacher Rathaussaal ein. Auf dem Foto v.l.: Erster Landesbeamter Dr. Björn-Christian Kleih, Alt-MdL Georg Nelius, DGB-Kreisvorsitzender Robin Friedl, Gewerkschaftssekretärin Sylvia Nosko. Foto: frh

Deutscher Gewerkschaftsbund feierte am Vorabend zum ersten Mai.

Mosbach. (frh) Der „Tag der Arbeit“ ist seit jeher der zentrale Termin eines jeden Jahres für die Arbeiterbewegung. Beim Kreisverband des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Neckar-Odenwald feierte man schon vor der Corona-Pandemie seit mehreren Jahren den Vorabend im Mosbacher Rathaussaal. Da dort bisher noch eine Begrenzung auf 25 Personen gilt, fiel der Rahmen beim „Comeback“ nach der zweijährigen Auszeit etwas kleiner aus als gewohnt. „Wir müssen hinstehen und Gesicht zeigen gegen jede Form der kriegerischen Auseinandersetzung!“, rief DGB-Kreisvorsitzender Robin Friedl in den Saal. Auf dem an einer Stellwand befestigten Banner konnte man in großer Schrift das diesjährige Motto lesen: „Gewerkschaften für den Frieden“.

Gilt der Tag der Arbeit traditionell als „Kampftag“ für mehr Arbeitnehmerrechte und Mitbestimmung, so kam er diesmal angesichts der Geschehnisse in der Ukraine mit etwas anderen Prioritäten daher, die bei der internationalen Friedenspolitik lagen. So konnte der frühere Landtagsabgeordnete Georg Nelius eine Vielzahl politischer Bezüge der Gewerkschaftsarbeit skizzieren. Als ehrenamtlicher Stellvertreter des Oberbürgermeisters trat er in der Rolle des Hausherrn ans Rednerpult.  Nelius sprach auch für den ebenfalls gekommenen Ersten Landesbeamten Dr. Björn-Christian Kleih, als er den Aktiven des DGB-Kreisverbands Dank und Anerkennung für deren Engagement

„Seit seiner Gründung im Jahr 1949 hat sich der DGB stetig verändert“, stellte Nelius heraus. Eben wegen dieser Fähigkeit sei die Interessenvertretung von Arbeitnehmern angesichts des immer rasanter verlaufenden gesellschaftlichen wie politischen Wandels der Rahmenbedingungen „selten wichtiger gewesen als heute“, unterstrich er. Dass der DGB „unabhängig, aber nicht neutral“ sei, merkte der Sozialdemokrat dabei gerne mit einem leichten Augenzwinkern an.

Als Hauptrednerin hatte man sich mit Sylvia Nosko eine Gewerkschaftssekretärin des Fachbereiches Gesundheit der „Ver.di“ im Bezirk Heilbronn-Neckar-Franken eingeladen. „Mit offenen Armen“, habe sie die Aufgabe angenommenen, bekannte sie gleich eingangs. Die Beschäftigten im Gesundheitswesen verdienten weitaus mehr Wertschätzung, als sie bisweilen bekämen, zeigte sie auf.  „Unser Gesundheitswesen braucht mehr Geld!“, proklamierte sie als Forderung an die Adresse der Politik. Zur Finanzierbarkeit wüsste sie ebenfalls eine klare Antwort: „Die Reichen sollen das bezahlen“, weil diese „mit jeder Gewinnausschüttung noch mehr verdienen!“, so Nosko. Abschließend wünschte sie „einen sonnigen und soweit wie möglich fröhlichen ersten Mai!“, was mit lange anhaltendem Applaus aufgenommen wurde.

Wie man nun „eine Klammer drum“ machen könnte, fragte sich Robin Friedl. Er übergab an Elena Spitzner und Christine Laqua, die bereits zwischen den Redebeiträgen für die musikalische Umrahmung gesanglich und am Flügel gesorgt hatten. Sie funktionierten die Anwesenden kurzerhand zum „Gewerkschaftschor“ um. Im Anschluss konnte Friedl, der organisatorisch durch Sabine Jakoby vom DGB-Bezirksverband unterstützt wurde, zum gemütlichen Stehempfang mit kleinem Imbiss überleiten.