Oma Friedas Hof geriet außer Rand und Band

Oma Frieda (gespielt von Michaela Heck, sitzenden am Tisch) weiß manchmal nicht mehr, wie ihr geschieht. Im Bühnenstück „Drei Weiber und ein Gockel“, das die Theatergruppe des VfK Diedesheim zur Aufführung brachte, kommt an skurrilen Charakteren keine Langeweile auf. Foto: frh

Beim VfK Diedesheim feierte man die Rückkehr des Theaters.

Diedesheim. (frh) „Endlich mal wieder in so viele Gesichter blicken zu dürfen“, freute sich Thorsten Wagenbach am Samstagabend auf der Bühne in der VfK-Halle Diedesheim zum Auftakt der neuen Theatersaison. Beim Blick in die mit über 100 Personen gut besetzte Gymnastikhalle des VfK Diedesheim sah man von den besagten „komischen Zeiten“ der Corona-Pandemie tatsächlich nicht mehr viel: Maske trug, abgesehen von den Servicekräften, zumindest am Platz fast niemand mehr. Lediglich am Einlass dauerte es manchmal etwas länger, weil der Impfstatus nach den „2G“-Vorschriften geprüft wurde.

Einstudiert hatte die vereinseigene Theatergruppe des VfK Diedesheim ein dreiaktiges Bühnenstück mit dem Titel „Drei Weiber und ein Gockel“. Die ausgelassene Stimmung in der Halle ließ die Protagonisten schon mit der Öffnung des ersten Vorhangs reibungslos in die Handlung hineinfinden. Der humorvolle Schwank spielt auf dem bäuerlichen Hof der Oma Frieda (gespielt von Michaela Heck). Dort geben sich eigenartige Gestalten die Klinke in die Hand, die wegen des Gewitters allesamt dort übernachten wollen. Bisweilen sehr zur Verwirrung der alten Bäuerin, die an ihrem Verstand zu zweifeln beginnt.

Schnaps tut seine „medizinische Wirkung“ dazu. Der bisweilen nicht ganz einfach durchschaubare Handlungsverlauf rückt für die Unterhaltsamkeit in den Hintergrund. Manches wechselseitige Duell der Witze zwischen den Charakteren, zusammen mit schrillen Kostümierungen und skurrilen Einlagen sorgte immer wieder für Lachsalven im Publikum.

Wie im Tollhaus ging es zu bei der Premiere von „Drei Weiber und ein Gockel“ der Theatergruppe des VfK Diedesheim. Bei der urkomischen Inszenierung kam das Publikum in der VfK-Halle phasenweise nicht mehr aus dem Lachen heraus. Foto: frh

Da ist etwa der Knecht Anton (Thomas Henn), der sich schon ob seines „Stallgeruchs“ mit Frauen schwertut. Ähnlich, wie es Anni (Daniela Lörch), der Tochter des Viehhändlers Kuno (Erwin Löhr), mit Männern geht.  Als herauskommt, dass Kuno den Hahn der rabiaten Nachbarin Gunda (Christiane Appel) überfahren hat und mit Unfallverletzungen verarztet werden muss, bahnt sich ein weiteres Liebespaar an. Die zwischenzeitlich für Einbrecher gehaltenen Tom (Rainer Ehmann) und Ingo (Georg Lörch) kommen in der Story mit Friedas Nichten Irma (Gabi Bergmann aus Diedesheim) und Lena (Gabi Bergmann aus Obrigheim) zusammen.

Allerdings wacht die Großmutter streng über die Sittlichkeit am Hof. Die eine oder andere obskure Beobachtung während ihrer Nachtwache, bewaffnet mit einer Mistgabel, komplettiert die Zustände von „Sodom und Gomorra“. Wie so oft in derlei Theaterstücken wendet sich erst im letzten Akt alles zum Guten. Unter dem tosenden Beifall des Publikums fiel schließlich zum letzten Mal an dem Abend der Vorhang.

Rainer Ehemann stellte seine Schauspielkollegen/innen vor, die auch einzeln bejubelt wurden. Dies galt ebenso für Claudia Henn, die verletzungsbedingt kurzfristig durch Christiane Appel ersetzt werden musste. Dankesworte richtete Ehmann auch an die Aktiven hinter den Kulissen sowie im Service. Als Souffleusen hatten Edgar Rüdele und Heidi Selbitschka fungiert. Im Bereich von Maske und Frisur waren Ralf Metzger, Heike Heck, Gaby Heck, Kerstin Heck, Beate Leister und Cora Bergmann tätig. Für Film und Ton zeichnete sich Christoph Hemmerlein verantwortlich. Die organisatorische Leitung oblag Ralf Bergmann und Claus Selbitschka.