Alte Fotos und ihre Pendants zeigen die Stadtentwicklung

Im Ausstellungsraum „Haus Becker“ des Mosbacher Stadtmuseums wurde die neue Fotoausstellung von Eröffnungsgästen erstmals in Augenschein genommen. Auf den 51 gezeigten Bildpaaren lassen sich bei genauem Betrachten viele interessante Details erkennen und allerlei wissenswerte Informationen entnehmen. Foto: frh

Fotoausstellung „Heute wie gestern? Fotografien einer Stadt“ des Stadtmuseums Mosbach eröffnet.

Die erste Sonderausstellung des Mosbacher Stadtmuseums seit dem Ende der Corona-Pause ist an den Start gegangen. „Es ist die erste seit Jahren!“ hob Museumsleiter Stefan Müller bei der offiziellen Eröffnung am Donnerstagabend im Unteren Rathaussaal hervor. Angesichts der zu diesem Zeitpunkt noch hohen Covid19-Infektionszahlen galten bei der städtischen Einrichtung aber weiterhin Schutzmaßnahmen, so dass neben einer Maskenpflicht auch die Teilnehmerzahl auf 25 beschränkt war und deshalb einige Personen nicht mehr in den Saal eingelassen werden konnten.

Für den Neustart hatten Müller sowie dessen Mitarbeiterin Ursula Rauh gemeinsam mit der ehrenamtlichen „Inventarisierungsgruppe“ auf ein durchaus schon bewährtes Format gesetzt. In der Ausgestaltung und Anknüpfung wählte man diesmal allerdings eine neue, weiterentwickelte Variante. Wie viel Zeit und Arbeit einflossen, stellte Stefan Müller bereits eingangs heraus. Bürgermeister Michael Keilbach richtete seinen ersten Dank auch direkt an die engagierte Gruppe der Helferinnen und Helfer des Stadtmuseums. Deren Einsatz stehe für die „menschliche Verzahnung“ von der Bürgerschaft zur „städtischen Institution Stadtmuseum“.

Mitglieder der Projektgruppe, die sich aus der Museumshelferschaft herausgebildet hat, stellten ihre Arbeit vor. Aus dem Fundus unzähliger Fotoaufnahmen vergangener Tage – meist beginnend um 1920 herum – hat man katalogisiert und zugeordnet. Viel Zeit investierte man, um für einige besonders markante Bilder den Standort des Fotografen so genau wie möglich zu lokalisieren. Hatte man diesen gefunden, erstellte man genau von dort ein neues Foto, das die heutige Ansicht eben dieser Lokalität zeigt. Dadurch entstanden insgesamt 51 Bildpaare von früher und heute, die Eingang in die Ausstellung fanden. Nachzeichnen lässt sich dadurch wie in einem Zeitsprung die Veränderung und Entwicklung der Mosbacher Kernstadt.

Die eine oder andere Anekdote zu den Aufnahmen wussten Anita Schneider, Angelika Grünewald, Hannelore Ziegler und Gerhard Schweikert zu erzählen. Allesamt sind sie Teil der Inventarisierungsgruppe, die sich ehrenamtlich mit der Erfassung der alten Bildaufnahmen beschäftigt. Dabei stellten sie auch einige Szenarien der Bildpaare, welche über Projektion gezeigt wurden, exemplarisch vor. Von besonderem Interesse waren nicht zuletzt die Nutzungen verschiedener Geschäftshäuser der Altstadt über die Jahrzehnte hinweg. „Vor Ort ist so ein Projekt mit Arbeit verbunden. Dafür braucht es engagierte Menschen!“, resümierte Museumsleiter Stefan Müller unter Beifall“.

Im Anschluss gab es die Möglichkeit, die Sonderausstellung bei einer ersten Öffnung selbst in Augenschein zu nehmen, von der rege Gebrauch gemacht wurde. Im nahegelegenen „Haus Becker“ des Stadtmuseums standen die Ausstellungsmacher auch für kleine Führungen zur Verfügung. Virtuos musikalisch umrahmt worden war die Eröffnungsfeier im Rathaussaal durch Christian Roos am Flügel.

 

Info: Die Sonderausstellung „Heute wie gestern? Fotografien einer Stadt“ ist noch bis zum 12. Juni 2022, jeweils mittwochs und sonntags von 15 bis 18 Uhr, im „Haus Becker“ des Mosbacher Stadtmuseums in der Hospitalgasse 4 zugänglich.