Eine literarische Brandserie mit Morden und Liebesgeschichte

Ausschnitt des Buchcovers von "Soko BESEMI III" des Autors Jürgen von Rehberg alias Jürgen Ockenfels. Foto/Repro: frh

Jürgen Ockenfels veröffentlichte Kriminalroman mit realer Kulisse.

Neckarelz/Krems. (frh) Er ist waschechter Neckarelzer, aber seine Wahlheimat ist Krems in Niederösterreich und Schreiben ist im beruflichen Ruhestand zu seiner Leidenschaft geworden. Schon mehrere Werke ganz unterschiedlicher Art hat Jürgen Ockenfels, der künstlerisch als „Juergen von Rehberg“ auftritt, auf den Buchmarkt gebracht. Sein neuestes Werk ist der dritte Band einer Reihe unter dem Titel „Soko Besemi“, der mit dem Untertitel „Neckarelz is burning“ (Neckarelz brennt) Ende vergangenen Jahres erschienen ist.

Bekannt wurde von Ockenfels in seiner „alten“ Heimat mit den beiden Bänden unter der Überschrift „Mein Neckarelz“, in denen er autobiografisch von seinem Aufwachsen in dem kleinen Ort am Neckar erzählt, der damals noch eine eigenständige Gemeinde war. Ockenfels war Abiturient am Mosbacher Nicolaus-Kistner-Gymnasium und arbeitete in der Bankenbranche, bevor er die Region später beruflich bedingt verließ. Seine Ortskenntnisse hat er nun auch für die Authentizität des neuesten Bandes seiner Krimireihe genutzt.

In „Soko Besemi III“ geht es um eine deutsch-österreichische Sonderkommission, die bei kniffligen Fallkonstellationen für Ermittlungen „under cover“ durch lokale Polizeibehörden angefordert werden kann. Die fünfköpfige Soko ist ausschließlich mit Frauen besetzt. Deren Mitglieder, die auch auf dem Titelbild erscheinen, sind real existierende Personen. Die in Neckarelz lebende Brigitte Pföhler verkörpert in Ockenfels Roman die Rolle einer Hauptkommissarin. Mit dem bizarren Fall einer Serie von Brandstiftungen, bei der insgesamt vier Menschen ums Leben kommen, kehrt sie als Teil der Soko in ihren Heimatort zurück.

Auf 151 Seiten im handlichen Taschenbuchformat entfaltet der Autor eine spannende, mit viel Fantasie angereicherte Geschichte, in welche er die Leserschaft ohne große Vorrede direkt „hineinfallen“ lässt. Nicht zuletzt für Menschen, welche die Lokalitäten selbst kennen, gestaltet es sich leicht, gedanklich in die Szenerie hineinzufinden. Selbst wenn die auftretenden Protagonisten fiktiv sind, so kann man doch zumindest Ähnlichkeiten zu „echten“ Persönlichkeiten des Dorflebens entdecken. Bisweilen klingen deren Namen sogar ähnlich.

Bloßgestellt wird jedoch niemand. Viel mehr charakterisiert Ockenfels die Neckarelzer wohl aus eigenem Erleben und Überlieferung. Gemeinhin steht man hier auf „Law-and-Order“. Mit der Ehre ist es bisweilen sehr ernst. Wohl deshalb leben auch „schwarze Schafe“ gerne hier, weil in der Idylle an der Elzmündung zur Wahrung der Integrität auch gerne geschwiegen wird, wenn unrühmliche Dinge in der Vergangenheit liegen. So offenbart es sich zumindest in der Romanhandlung, wo eine Stammtischrunde als Querschnitt der Gesellschaft und ein soziales Hilfswerk sich zum Dreh- und Angelpunkt entwickeln.

Den einen oder anderen Schreibfehler müssen Leser/innen geflissentlich übersehen, was meist auch problemlos gelingt. „Ich lasse keinen Lektor zu, weil er mir die Ursprünglichkeit meines Sprachduktus nehmen würde“, bekennt Jürgen Ockenfels selbst. So gestaltet sich „Soko Besemi“ zu einem kurzweiligen Lesespaß, der sich umso mehr erhöht, wie man die Kulisse selbst kennt. Entsprechend sind die Charaktere so ausgestaltet, dass sie in den meisten Fällen gut vorstellbar sind.

Eine in die Haupthandlung integrierte Liebesgeschichte erweitert die Szenerie für einige Seiten sogar bis in die Hansestadt Hamburg. Wer sich für Heimatgeschichte interessiert, bekommt ebenfalls den einen oder anderen tatsächlichen Fakt serviert, was hier und da allerdings fließend in die Fiktion übergeht. Gab es politisch motivierte Brandstiftungen im einstigen „Hammerlager“ der Heimatvertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg? Gar mit Todesopfern? Und was hat das mit der neuerlichen Brandserie in Neckarelz zu tun, bei der ein Obdachloser, ein Richter, ein Landwirt mit politischen Ambitionen und ein Journalist ums Leben kamen?

Ganz ohne „Spoiler“ lässt sich verraten, dass es einen Zusammenhang gibt. Dieser verdeutlicht sich spätestens mit der Verhaftung des Täters. Und wie so oft in Lesekrimis, konkretisieren sich die Spuren zum Ende hin auf jemand ganz anderen, als man vermutet hätte!

Info: „Soko Besemi III“ von Juergen von Rehberg (Jürgen Ockenfels) ist mit der ISBN-Nummer 978-3755753773 für 6,99 Euro im Buchhandel erhältlich. Der Autor freut sich über Rückmeldungen an seine E-Mail-Adresse juergen.von.rehberg@gmail.com sowie über den Besuch seiner Internetseite unter www.juergen-von-rehberg.at.