„Der Blick von innen“ soll schon bald folgen

Schulleiter Jochen Herkert bei der Moderation der virtuellen Informationstage des Nicolaus-Kistner-Gymnasiums. Foto: frh

Nicolaus-Kistner-Gymnasium gestaltete seine Informationstage „live“ als Videoformat im Internet.

Mosbach. (frh) Zu Beginn eines jeden Schuljahres starten neue Fünftklässler an die weiterführenden Schulen. Angesichts der reichhaltigen Auswahl kann man Mosbach gut als Bildungsstadt bezeichnen. Um den jeweils individuell richtigen Weg für die „Noch-Grundschulkinder“ zu finden, ist Information auch für deren Eltern gefragt. So bieten die Schulen in der Regel Infoabende an, um ihre Profile ausführlich vorzustellen. Die Corona-Pandemie hindert dies jedoch auch aktuell noch, so dass man sich am Nicolaus-Kistner-Gymnasium (NKG) ein virtuelles Format hat einfallen lassen.

Vor den Bildschirmen fand die Präsentation des traditionsreichsten Mosbacher Gymnasiums verteilt auf fünf Termine statt, bei denen sich jeweils rund 30 angemeldete Interessierte via Internet zuschalteten. Geboten wurde den Eltern sowie deren Kindern, die möglicherweise zum neuen Schuljahr 2022/23 in der zweiten Jahreshälfte am NKG mit Zielrichtung Abitur starten, ein überlegt präsentiertes, inhaltsreiches Programm. Gestreamt wurde nicht etwa „aus der Konserve“, sondern „live“ mit nahezu dem ganzen Spektrum der echten Funktionsträger des Schulalltages.

Entsprechend authentisch sollten die Inhalte „über den Äther“ auf die Empfangsgeräte mittels der Software „GoToMeeting“ übertragen werden. Und dafür hatte Schulleiter Jochen Herkert weder Kosten noch Mühen gescheut: Das Rektorat erinnerte während der etwas über eine Stunde dauernden Liveübertragung fast an ein kleines TV-Studio.

„Wir hoffen, dass bald wieder alles in Präsenz laufen kann, aber so lange das nicht geht, müssen solche Angebote in hoher Qualität auf digitalem Wege das so weit wie möglich auffangen“, erklärt Herkert den betriebenen Aufwand. Vor die Kamera traten neben dem Rektor auch dessen Stellvertreterin Elvira Horvath sowie mehrere Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler sowie auch Schulsozialarbeiter Manuel Zinn und Franz-Joseph Stumpf vom Elternbeirat. Sie berichteten über die fachliche Struktur, den Weg bis zum Abitur sowie nicht zuletzt über den Schulalltag insgesamt aus unterschiedlichen Blickwinkeln.

„Wir begreifen uns als NKG-Familie“, unterstrich Jochen Herkert gleich eingangs in seiner rhetorisch versierten Moderation die Philosophie der Schule und deren Gemeinschaft. Direkt neben seinem Rektoratsschreibtisch hatte man den Sichtbereich der Kamera sowie das Rednerpult aufgebaut. Die Zuschauer bekamen gleichzeitig eine mediale Folienpräsentation eingespielt, die einen umfassend bebilderten Eindruck von den Aktivitäten vermittelte. Wichtig war Herkert dabei, zu betonen, dass man auf kleinere Gruppen setze: „Die Schülerzahl darf auch nicht zu groß werden, um eben den familiären Charakter zu behalten, damit niemand in der Anonymität verschwindet“, so der Schulleiter.

Als freiwillige Ganztagsschule biete man am Nachmittag eine breite Palette an Arbeitsgemeinschaften von Musik über Sport bis hin zu Geschichte und vielem anderen mehr, wo „für jeden etwas dabei sein sollte“, beschrieb Lehrerin Eva Kattermann. Wer das Angebot der Nachmittagsbetreuung nicht in Anspruch nehmen will, wird dazu aber auch nicht gezwungen. Insofern bleibe man maximal flexibel.

Sigrun Friedrich und Susanne Bender warben für die freiwilligen und kostengünstigen Angebote der Fachschaft Musik, bei denen keine eigenen Instrumente gekauft werden müssen. Schülerin Emilia und Schüler Tim konnten „den Spaß, ein neues Instrument zu lernen und gleichzeitig Freunde in anderen Klassen zu finden“, aus eigener Erfahrung bestätigen.

Speziell für die Fünftklässler stellte Unterstufenberaterin Jennifer Diaz vor, wie die Neulinge behutsam an ihrer neuen Schule „ankommen“ sollen. Und auch seitens der Schülervertretung bietet man viele Hilfestellungen an, die von einer „Schulhaus-Rallye“ zum Kennenlernen des Gebäudes bis hin zur Bushaltestelle reichen. Dort sorgen Paten wie Finn Ganz dafür, dass in den richtigen Bus zur Heimfahrt eingestiegen wird, wo dies am Anfang vielleicht noch schwerfällt. Schülersprecher Josh Appl beschrieb die Aktivitäten der Schülervertretung „SMV“ für das Zusammenwachsen in der Schulgemeinschaft, wozu u.a. auch die Streitschlichtung gehört.

Das sprachliche Profil des NKGs als „Partnerschule für Europa“ mit zahlreichen Austauschprogrammen stellte Lehrerin Alexandra Mann vor. Den „bilingualen Zug“, in dem einige Fächer mit zusätzlicher Wochenstunde in englischer Sprache unterrichtet werden, skizzierte der den Bereich leitende Lehrer Thorsten Wagner. Ermöglicht wird damit neben dem Erwerb eines Zertifikats auch das „Internationale Abitur Baden-Württemberg“.

„Selbst wenn man das immer wieder hört, ist bei uns vom Stundenplan her nichts gedrängt!“, stellte Jochen Herkert in seinem Schlusswort heraus. Am NKG bekennt man sich zum heutigen Regelsystem des „G8“, in dem das Abitur nach der zwölften Klassenstufe (statt wie althergebracht nach 13 Schuljahren) erworben wird. Engagement in Vereinen und in der Gesellschaft sei dennoch uneingeschränkt möglich und gewünscht. Die durchdachte Stundenplanung räume in der Summe nicht weniger Zeit zum Erlernen des Stoffes bis zum Abitur ein und belasse genügend Freizeit, zeigte Herkert auf.

„Aus dem Blick von oben soll schon bald der Blick von innen werden“, schloss Herkert mit Bezug auf die Luftansicht des Schulhauses, die hinter dem Rednerpult zu sehen war. Er verwies auf die Anmeldetage vor Ort, die von Montag, 7. März, bis zum Donnerstag, 10. März 2022, jeweils in der Zeit von 7 bis 18 Uhr stattfinden. Ebenso ist der postalische bzw. elektronische Anmeldeweg eröffnet und weitere Informationen dazu sind auf der Internetseite der Schule unter www.nkg-mosbach.de zu finden.