Mosbach darf sich jetzt offiziell „Hochschulstadt“ nennen

Stolz über die Bezeichnung „Hochschulstadt“ auf den neuen Mosbacher Ortsschildern, hier am Stadteingang aus Richtung Elztal, zeigen sich die Rektorin der DHBW-Mosbach, Prof. Dr. Gaby Jeck-Schlottmann (l.) und der Mosbacher Oberbürgermeister, Michael Jann (r.) Foto: frh

Antrag nach Änderung der Rechtslage in Stuttgart genehmigt – Neue Ortsschilder angebracht.

Mosbach. (frh) Die Idee war eigentlich gar nicht mehr neu. Schon 2009 wollte die Stadt Mosbach, mit Bezug auf den Sitz der Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), welche aus der vormaligen Berufsakademie hervorging, die Bezeichnung „Hochschulstadt“ tragen. Was man für einen unkomplizierten Formalakt hielt – die ersten Schilder waren damals auch bereits angebracht – erwies sich zu jener Zeit als echtes Politikum. Das Führen einer solchen Bezeichnung erwies sich als genehmigungspflichtig und war damals noch einzig den Universitätsstädten vorbehalten. Nun aber hat sich die Rechtsgrundlage geändert und der Weg wurde frei für die neue „akademische“ Stadtbezeichnung.

An eine „kräftige Einbremsung“ erinnert sich Oberbürgermeister Michael Jann, die er beim „ersten Anlauf“ durch den damaligen Regierungspräsidenten Dr. Rudolf Kühner kassiert hatte. Im Wortsinne eigentlich schon seit Niederlassung der DHBW eine Hochschulstadt, durfte man sich eben trotzdem nicht so nennen. Die Schilder mussten damals wieder weg und die alten wieder angebracht werden. Ein weiterer formaler Versuch, die Bezeichnung genehmigen zu lassen, scheiterte ebenfalls. Erst als sich Ende 2020 die Rechtsgrundlage in der Gemeindeordnung des Landes Baden-Württemberg änderte, eröffnete sich eine neue Chance.

Unterstützt von einem Votum des Mosbacher Gemeinderats zögerte man auch bei der Stadt Mosbach nicht, die nötigen Antragsunterlagen beim Landes-Innenministerium neu einzureichen. Entsprechend groß war die Freude, als OB Jann in der letzten Gemeinderatssitzung des Vorjahres verkünden konnte, dass die formale Bewilligung eingetroffen ist, die neue Ortseingangsschilder bestellt und gleich zu Beginn 2022 installiert werden können.

Ganz alle Ortseingänge Mosbachs hatte man allerdings mit dem offiziellen Start zum 12. Januar noch nicht versorgt. Für den Anfang orderte man insgesamt sechs neue Ortsschilder, zum Kostenpunkt von jeweils um die 100 Euro, wie die städtische Pressesprecherin, Meike Wendt, beim Pressegespräch unmittelbar vor dem von Mitarbeitern des Straßenbauamtes frisch montierten Ortsschilds nahe der Johannes-Diakonie an der Verbindungsstraße in Richtung der Nachbargemeinde Elztal erklärte. „Die anderen werden aber auch bald nachgerüstet“, fügte Oberbürgermeister Michael Jann direkt hinzu. Angesichts der Widrigkeiten bis dahin sei man nun einfach nur froh, die Bezeichnung führen zu dürfen, weil sie den Stellenwert Mosbachs und „ihrer“ Hochschule unterstreicht, zeigte Jann auf.

Von „Vorteilen für beide Seiten“ sprach Professorin Dr. Gaby Jeck-Schlottmann, Rektorin der DHBW Mosbach. Die Partnerschaft zwischen der Gemeinde und der DHBW sei der Natur der Sache nach stets eng. Zum Selbstverständnis der modernen Hochschule, die zusammen mit Arbeitgebern theoretisch und praktisch, mithin „dual“ akademisch ausbildet, gehöre die örtliche Identifikation. Eben deshalb sollen auch die Angebote letztlich alle Bürger/innen und Bürger ansprechen – etwa über das „Studium generale“ und die verschiedenen institutionellen Einrichtungen, die auch „Standortfaktor“ für Mosbach seien.

„Wir freuen uns sehr darüber, dass diese Verbindung nun direkt an den Eingängen der Stadt sichtbar wird!“, hob Jeck-Schlottmann hervor. Und Michael Jann pflichtete da gerne bei: „Wir wollen diese Verbindung weiter mit Leben füllen“, so der Mosbacher Rathauschef.