Landarztversorgung soll weiter gestärkt werden

Flaggen des Landkreises Neckar-Odenwald. Archiv-Foto: frh

Neckar-Odenwald-Kreis Pilotregion für landesweites Zukunftsprojekt.

Der folgende Beitrag ist eine zugesandte Pressemitteilung, die eventuell redaktionell nachbearbeitet wurde. 

Mosbach/Neckar-Odenwald-Kreis/Stuttgart. (pm/red)  Der 7. Landeskongress Gesundheit Baden-Württemberg 2022 fand vor einigen Tagen im Internationalen Congresscenter Stuttgart statt. Dabei waren die Teilnehmer, aber auch einige der Referenten online zugeschaltet, um aktuelle Themen rund um ein „Nachhaltiges Gesundheitswesen“ zu diskutieren. Unter anderem warb Dr. Eckart von Hirschhausen in seinem Vortrag und einer anschließenden Podiumsdiskussion um eine stärkere Beachtung von Umweltthemen, denn „Klimaschutz ist Gesundheitsschutz“. Neben den unmittelbaren Folgen des Klimawandels für das Gesundheitswesen national und global waren auch Ansatzpunkte für die Reduktion von CO2-Emissionen in den Kliniken Thema beim Kongress. Einen anderen Aspekt der Nachhaltigkeit griffen weitere Vorträge auf: wie kann das Gesundheitswesen in Deutschland und insbesondere in Baden-Württemberg zukunftsfähig aufgestellt werden, um eine medizinische Versorgung der Menschen langfristig sicherstellen zu können? Für die „Präsentation innovativer Versorgungsprojekte aus dem Südwesten“ hatte Prof. Dr. Ralf Kindervater von der Landesgesellschaft BIOPRO Baden-Württemberg GmbH vier Zukunftsprojekte ausgewählt, die gemeinsam mit dem Forum Gesundheitsstandort Baden-Württemberg vorgestellt wurden. Ziel ist es, die ärztliche Behandlung nachhaltiger zu gestalten, aktuelle und zukünftige Probleme zu adressieren und die Prozesse in der medizinischen Versorgung für Ärztinnen und Ärzte sowie für Patientinnen und Patienten zu verbessern.

An einem dieser Zukunftsprojekte sind auch Akteure aus dem Neckar-Odenwald-Kreis beteiligt, denn der Landkreis ist eine der Pilotregionen für das Projekt „Regionen für ärztliche Ausbildung“. Mit dem Ziel, die Versorgung mit Allgemeinmedizinern im ländlichen Raum langfristig sicherzustellen, arbeiten hier Ministerien, Medizinfakultäten und kommunale Ansprechpartner eng zusammen. Die hiesige Arbeitsgruppe setzt sich dabei zusammen aus Lisa-Marie Bundschuh von der Stabsstelle Kreisentwicklung beim Landratsamt, Dr. med. Marcus Eckert für die Akademischen Lehrpraxen, Sinja Göltl von der Personalentwicklung der Neckar-Odenwald-Kliniken und deren Ärztlicher Leiter Priv.-Doz. Dr. med. Harald Genzwürker. Dieser durfte im Rahmen des Kongresses gemeinsam mit der Heidelberger Studiendekanin Prof. Dr. med. Sabine C. Herpertz zum „Aufbau von Modellregionen für ärztliche Ausbildung“ vortragen. Dabei konnte auch verdeutlicht werden, welche Anstrengungen und Vorarbeiten im Neckar-Odenwald-Kreis bereits in den letzten Jahren stattgefunden haben, sodass die Medizinische Fakultät Heidelberg den Landkreis als eine der ersten Regionen für die Umsetzung des dieses Zukunftsprojekts ausgewählt hat. Das Netzwerk „Wir für Medizin(er)“, das Landarztstipendium sowie der Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin sind dabei nur einige der Beispiele für die zahlreichen Aktivitäten vor Ort.

Durch die Unterstützung des federführend am Projekt beteiligten Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst, sowie der eng eingebundenen Ministerien für Soziales und Integration sowie Ländlichen Raum und Verbraucherschutz erhofft man sich deutlichen Rückenwind für die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung in der Region. Minister Peter Hauk betont: „Für eine zukunftsfeste medizinische Versorgung im Ländlichen Raum sind die Themen Nachwuchsgewinnung und attraktive Rahmenbedingungen für den Arztberuf von maßgeblicher Bedeutung. Eine frühzeitige Verknüpfung und Kooperation der universitären Lehre mit den Versorgungsstrukturen auf dem Land sowie die Förderung attraktiver und innovativer Arbeitsbedingungen sind wichtige Bausteine für die Bindung junger Ärztinnen und Ärzte an den Ländlichen Raum.“