Diese Steine sind Lehrmittel zum Anfassen

Über zwei „GeoKoffer“ mit heimischen Gesteinen, welche der Industrieverband Steine und Erden Baden-Württemberg gemeinsam mit Sponsoren zur Verfügung stellte, freut man sich an der Mosbacher DHBW. Die praxisnahen Lehrmaterialien sollen in den Studiengängen des Bauingenieurwesens Verwendung finden. Foto: frh

„GeoKoffer“ an die Mosbacher DHBW übergeben.

Mosbach. (frh) Dass die Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) einen praxisbezogenen Ansatz der Wissensvermittlung verfolgt, gehört zu ihrem akademischen Leitbild. Ganz in diesem Licht steht die Spende zweier „GeoKoffer“ durch den Industrieverband Steine und Erden (ISTE) Baden-Württemberg. Enthalten sind von Granit über Muschelkalk bis hin zum Vulkanit 14 handgeschliffene Gesteinsarten, die im Bundesland vorkommen. Erklärt sind sie auf laminierten Erklärungskarten. Im Beisein des Landesministers für ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk (CDU), wurden die beiden Koffer am Freitagmorgen am Campus Lohrtalweg der DHBW in Mosbach übergeben.

„Das wird unsere Lehre sehr bereichern“, bekräftigte Rektorin Prof. Dr. Gabi Jeck-Schlottmann im Audimax der Hochschule. Wie hoch die Nachfrage für praxisorientierte akademische Ausbildung seitens der Wirtschaft und nicht zuletzt der Studieninteressierten ist, macht Jeck-Schlottmann an einigen Zahlen deutlich. Eben weil man so viel Wachstumspotenzial habe, sei man auf Vernetzungen angewiesen. Und diese laufe nicht nur mit den dualen Partnerunternehmen hervorragend, sondern auch mit der Politik: „Wir erfahren durch Peter Hauk vielseitige Unterstützung in ganz unterschiedlichen Bereichen“, lobte sie die Zusammenarbeit mit dem Minister und Landtagsabgeordneten. Dieser hatte es sich nicht nehmen lassen, trotz zahlreicher terminlicher Verpflichtungen persönlich zu erscheinen. Aktuell ginge es darum, den Profilschwerpunkt der Mosbacher DHBW durch ein Baukompetenzzentrum zu schärfen.

Mit Hauptgeschäftsführer Thomas Beißwenger war auch ein hochrangiger Vertreter des ISTE vor Ort gekommen, der die ob des Inhaltes sehr gewichtigen und daher auch als „Trolley“ transportierbaren Koffer vorstellte. Der Verband hatte dieses „multimediale Bildungspaket“ in einer Kooperation mehrerer fachlicher Institutionen auf Landesebene entwickelt und dafür 70.000 Euro investiert. Den Inhalt in Form von Gesteinen selbst „in die Hand nehmen und den Wert erspüren“ zu können, ermögliche ein ganz anderes Verständnis, als durch reine Medienvermittlung zu bewirken sei.

„Es sind tolle Themen mit viel Entwicklungspotenzial“ unterstrich Mario Harsch von der Firma Harsch Bau aus Bretten, die das Projekt fördert. „Studierende sollen etwas in die Hand bekommen und damit den Wert schätzen lernen“, ergänzte Alexander Feeß vom weiteren Förderer, der Firma Heinrich Feeß aus Kirchheim-Teck. Unisono erklärten die Sponsorenvertreter, dass man sich als Mitglieder der ISTE gerne bei dem Projekt eingebracht habe, weil man auf das Modell der DHBW für die Generierung von Fachkräften setze.

Von den geologischen Zusammenhängen „schon in der eigenen Ausbildung immer fasziniert“ bekannte sich Minister Peter Hauk. Heute müsse für die Zukunftsfähigkeit immer mehr „Hybridbauweise in den Vordergrund gestellt werden“, so Hauk. „Holz geht nicht überall“ und eben deshalb sei es so wichtig, dass Bauingenieure über „Kenntnisse in allen Bereichen des Bauens“ verfügen.

Mit Prof. Dr. Markus Schönit sprach der „Haupt-Nutznießer“ der neuen Lehrmittel auch im Namen des Dekans der Technischen Fakultät, Prof. Dr. Max Mühlhäuser, die Schluss- und Dankesworte. Im Anschluss wurde zu einer Führung durch die Labore im „E-Gebäude“ eingeladen. Den Gästen bot dies die Möglichkeit, einen Einblick in die bautechnische Ausbildung an der DHBW zu erhalten.