Mit „Fairer Woche“ die Generationen verbunden

Die Überraschung, mit einer mobilen Kaffe- und Kuchenbar den Bewohner/innen der Awo-Wohnanlage eine kleine Freude zu machen, kam gut an. Foto: frh

Awo besuchte Kindergarten „St. Josef“ – FairTrade-Kaffee für Senioren.

Diedesheim. (frh/red) Dem Gedanken der „Nachhaltigkeit“ kommt in Politik und Gesellschaft vor dem Hintergrund von Klimawandel und wachsender sozialer Ungleichheit immer mehr Bedeutung zu. So kam bei der Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Neckar-Odenwald-Kreis auf die Idee, gleich mehrere im Kalender nahe beieinander liegende Anlässen zu verbinden. Dafür besuchte die Awo-Kreisvorsitzende, Kreisrätin Gabriele Teichmann, am Montagvormittag die Kindertagesstätte „St. Josef“ an der Diedesheimer Steige sowie die Bewohnerinnen und Bewohner der Awo-Seniorenwohnanlage am Bürgermeister-Weber-Platz.

Dass Zukunft nur über die kommenden Generationen gestaltet werden kann, kommt im Weltkindertag zum Ausdruck. Im Mittelpunkt stehen dabei die Kinderrechte weltweit, deren Ausgangspunkt es ist, dass die Erde als Lebensgrundlage bewahrt wird. Und so brachte Teichmann gemeinsam mit Hausleiterin Elke Menger und Pflegedienstleiterin Stefanie Lang einige Kisten von Papiertragetaschen mit der Aufschrift „Heldentütle“, jeweils gefüllt mit frischen Äpfeln und Birnen sowie einem Malbuch, direkt in die Spielstunde des Kindergarten.

Das Obst kam vollständig aus lokalem, ökologischem Anbau. Kindergartenleiterin Kerstin Henze freute sich über den Besuch: „Wir arbeiten schon so lange in gutem Kontakt mit der Awo-Seniorenwohnanlage zusammen“, beschreibt sie die Verbundenheit. „Wir bringen hier die Kinder auch mit den älteren Menschen zusammen, was aber leider wegen der Corona-Pandemie schon länger nicht mehr möglich war“, so Henze, die den Gästen von der Awo ihren Dank auch namens aller Erzieherinnen aussprach.

Und viele der über 60 hier betreuten Kinder stürmten sofort herbei, um die süßen und gleichzeitig gesunden Geschenken in Empfang zu nehmen. Dazu gab es von Gabriele Teichmann in kindgerechter Sprache auch einige Erklärungen zur Wichtigkeit von Umwelt- und Naturschutz. Mit einer Mappe von selbst gemalten Bildern bekamen die Gäste von der Awo auch ihrerseits ein Präsent mit auf den Heimweg.

In der Awo-Wohnanlage setzte sich die Aktion aber als „Brücke zwischen den Generationen“, wie Gabriele Teichmann es nannte, noch fort. Das Modell des „Fair-Trade“ (Gerechter Handel), wonach Landwirte in ärmeren Ländern der Erde eine angemessene Vergütung für ihre Produkte erhalten sollen, wird in den „Fairen Wochen“ in den Blickpunkt gerückt. Dieses Jahr laufen diese vom 10. bis zum 24 September. In Mosbach markieren am Freitag der Markt „Fair und Regional“ sowie eine Zertifizierungsfeier in der Stiftskirche den Schlusspunkt. Bei der Awo symbolisierte man die Unterstützung in einem mobilen Kaffee- und Kuchenbuffet. Gemeinsam mit Hausleiterin Elke Menger und Pflegedienstleiterin Kerstin Weiß ging die Awo-Kreisvorsitzende Teichmann von Tür zu Tür, um den Bewohner/innen mit fair gehandeltem Kaffee und aus lokalen Rohstoffen selbst gebackenen Kuchen eine Freude zu machen. Die Kosten dafür übernahm die Awo.

Viele gute Gespräche mit den oft noch sehr rüstigen und aktiven Senioren/innen machten dabei das besondere Flair der Wohnanlage deutlich. Pflegeleistungen können dort je nach Bedarf in Form des „betreuten Wohnen“ in Anspruch genommen werden, während trotzdem autark in eigenen Wohnungen gelebt wird.

„Wir suchen dringend neue Pflegekräfte“, unterstrichen die beiden Pflegedienstleiterinnen Kerstin Weiß und Stefanie Lang. „Die Awo ist im Wachstum begriffen und der Bedarf ist sehr groß“, bekräftigte ebenso Hausleiterin Elke Menger. Letztlich werde dadurch ermöglicht, innovative Wohnkonzepte wie in Diedesheim auch in Zukunft effizient verwirklichen zu können.