Der Einstand geriet etwas formaler als gewohnt

Mit dem nachsprechen der Vereidigungsformel wurden am Freitag neue Lehrkräfte an Grund- und Mittelschulen im Foyer des Landratsamtes in Mosbach vereidigt. Foto: frh

38 neue Lehrkräfte starten im Neckar-Odenwald-Kreis – Vereidigung im Landratsamt.

Mosbach. (frh) Für gewöhnlich ist es der feierliche Abschluss einer langen akademischen Ausbildung und der Start in den verbeamteten Schuldienst. „Festlich“ wurde es am Freitag unmittelbar vor Beginn des neuen Schuljahres 2021/22 im Foyer des Mosbacher Landratsamts allerdings nur bedingt, als einige der 38 neuen Lehrkräfte im Neckar-Odenwald-Kreis ihre Amtseide ablegten.

Die alljährlich kurz vor Beginn eines neuen Schuljahres stattfindende „Junglehrervereidigung“ in dezentraler Form durch das staatliche Schulamt Mannheim geriet durch die Corona-Schutzmaßnahmen etwas zum Formalakt. Schulamtsdirektor Uwe Wurz, der auch für Schulrätin Katja Meiser sprach, beschränkte sich auf wenige Sätze, um die Berufsstarter willkommen zu heißen und zu beglückwünschen.

Landrat Dr. Achim Brötel gab seine Rede „schriftlich zu Protokoll“, indem diese zu den vielen Unterlagen ausgelegt wurde, die sich an den mit Namensschildern ausstaffierten Plätzen geradezu stapelten. Brötel gratuliert darin zur erhaltenen Stelle im Schuldienst des Landes innerhalb des „schönsten Landkreis von allen“. Der Stellenwert von Schule und Bildung sei hier höher als anderswo. „Wir freuen uns, dass Sie da sind, noch mehr aber, wenn Sie dauerhaft bleiben“, sprach der Landrat direkt die Hoffnung auf längerfristige Identifikation mit dem Einsatzort aus.

Ebenfalls ein schriftliches Grußwort zur Auslage an die in Mosbach eingesetzten Lehrkräfte hatte Oberbürgermeister Michael Jann übermittelt. Er stellt darin eine nicht ganz einfache Ausgangslage heraus, die aber auch „Chancen und Gelegenheiten“ biete. „Vieles muss neu oder anders gedacht und angegangen werden“, beschreibt er die Sondersituation des Schulbetriebs durch die Pandemie. Diese Herausforderung kreativ und engagiert anzunehmen, bestärkte er.

Der leitende Schulamtsdirektor Hartwig Weik, Amtsleiter des Schulamts in Mannheim, unterstrich in seinen komprimierten Ausführungen, welche Bedeutung der Arbeit mit jungen Menschen. „Sie werden sehnsüchtig erwartet!“, rief er den säuberlich auf Abstand vor ihm sitzenden Pädagoginnen zu. Sie würden einen „wunderbaren Beruf“ ergreifen, der ihnen „viel Erfüllung und Glück“ in ihrer Laufbahn verheißt.

In der Tat waren es beim Termin am Freitagmorgen ausschließlich Frauen, die zur Vereidigung anstanden. Aufgeteilt worden war in drei Gruppen zu unterschiedlichen Terminen, bei denen das weibliche Geschlecht insgesamt klar überwiegt. Der Mangel an männlichen Lehrkräften jenseits der Gymnasien lässt einmal mehr grüßen! Und so wurde mit dem Nachsprechen der Vereidigungsformel bei erhobener rechter Hand aus den vormaligen Referendarinnen nun „fertige“ Lehrerinnen, die an Grund- und Mittelschulen im Landkreis zum Einsatz kommen.

Ganz getan war es damit aber noch nicht: Nach Anleitung durch Thomas Geroldt von der Verwaltung des staatlichen Schulamtes mussten noch eine ganze Reihe von Formularen ausgefüllt werden. Erst mit der Bestätigung der Vereidigung durch die eigene Unterschrift waren alle Schritte für die Aufnahme in den Schuldienst vollzogen und die Beamtenurkunde rechtskräftig verliehen. Die sonst übliche Bekräftigung der Verpflichtung durch Handschlag musste von der Pandemie bedingt entfallen.

Nicht minder strahlten die frisch gebackenen Pädagoginnen nach der kaum länger als 30 Minuten dauernden Zusammenkunft vor dem Gebäude des Landratsamts um die Wette. Auf anderen Wegen – etwa Versetzungen und Einstellungen im Angestelltenverhältnis – werde sich die Zahl neuer Lehrkräfte im Landkreis noch erhöhen, fügte Schulamtsdirektor Hartwig Weik im Gespräch hinzu.

Der ebenso entfallene Stehempfang, der früher im Anschluss an das offizielle Programm obligatorisch war, dürfte angesichts der nun in den Händen befindlichen Urkunden über die Verbeamtung auf Lebenszeit zu verschmerzen gewesen sein. Und der Ernst des Berufslebens in voller Verantwortung kommt schließlich auch schon bald: Spätestens mit dem ersten Läuten der Schulglocken am Montagmorgen, wenn das neue Schuljahr beginnt!