Er bleibt dem Roten Kreuz auch im „Ruhestand“ erhalten

Bei einem Empfang vor der Mosbacher DRK-Rettungswache an der Sulzbacher Straße wurde Gerhard Weidner (3.v.l.), Abteilungsleiter für soziale Dienste, in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Auf dem Foto v.l.: Präsident Gerhard Lauth, SGH Ludwig Prinz von Baden, Gerhard Weidner mit Ehefrau, Leiter soziale Dienste Stefan Kohler, Kreisgeschäftsführer Steffen Blaschek. Foto: frh

DRK-Kreisverband Mosbach verabschiedete Gerhard Weidner – Nachfolger vorgestellt.

Mosbach. (pm/frh) Am 1. Oktober 1998 trat Gerhard Weidner seinen Dienst als Abteilungsleiter für die sozialen Dienste beim DRK-Kreisverband Mosbach an. In über 22 Jahren ist er so etwas wie die Personifizierung der sozialen Rotkreuzarbeit in der Großen Kreisstadt und ihrer Umgebung geworden. Am Donnerstag (15. Juli 2021) wurde Weidner vormittags bei einem Empfang mit rund 50 geladenen Gästen vor der DRK-Rettungswache an der Sulzbacher Straße in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet.

Der Geehrte kann auf eine erfahrungsreiche Laufbahn über verschiedene Wirkungsstätten zurückblicken. Nach der Mittleren Reife hatte er zunächst eine Ausbildung zum Krankenpfleger absolviert. Später bildete er sich bei der IHK zum Fachwirt für Alten- und Krankenpflege weiter. Sein beruflicher Weg führte den gebürtigen Viernheimer über mehrere Stationen im Bereich der Altenpflege sowie der sozialen Arbeit 1998 zum DRK-Kreisverband Mosbach. Der damalige Geschäftsführer Linus Vetter vertraute ihm hier die Stelle des Leiters für soziale Dienste an.

„Er ist bis heute das soziale Gewissen des Roten Kreuzes in Mosbach“ würdigte Gerhard Lauth, Präsident des DRK-Kreisverbands Mosbach, in einer auch im Namen von Kreisgeschäftsführer Steffen Blaschek gehaltenen Laudatio die Verdienste Weidners. Seine persönliche Popularität und das Vertrauen bei den Menschen sei „ein unbezahlbares Gut“, beschrieb Lauth. Weidner habe sich diese Basis über viele Jahre hinweg durch seinen bodenständigen, immer nah am Menschen orientierten Stil erarbeitet. Das Umsatzvolumen von zuletzt knapp drei Millionen Euro im Jahr 2020 deute ebenfalls den Stellenwert an, den die von ihm geführte Abteilung beim Mosbacher DRK inzwischen habe.

Von einer „rockigen Person, die vieles gerockt hat“, sprach Renate Körber, Sozialdezernentin im Landratsamt Neckar-Odenwald. Die Zusammenarbeit der Sozialbehörde mit Gerhard Weidner aufseiten des DRKs habe immer wieder bewiesen, „dass da jemand tätig ist, der weiß, wovon er spricht“.

Die „stets höchste Kompetenz“ der Aufgabenerfüllung unterstrich auch Markus Kaufmann, Abteilungsleiter für Sozialarbeit beim DRK-Landesverband Baden-Württemberg. Gerhard Weidner habe vor Ort ganze Epochen von Reformgesetzen im sozialen Bereich zur Umsetzung gebracht. Dabei seien durch seine Innovation immer wieder neue lokale Betätigungsfelder entstanden. Zu diesen gehörte etwas der Kleiderladen, der aus der vormaligen „Kleiderkammer“ hervorging, sowie das Aufnahmehaus für Obdachlose. „Viel mehr geht nicht!“, fasste Kaufmann die Erfolgsbilanz zusammen. Gemeinsam mit seinem Referent Gerhard Stobodzian übergab er dem zukünftigen Ruheständler ein „Pflegezertifikat ehrenhalber“. Vertreterinnen der inzwischen 120 Personen umfassenden Mitarbeiterschaft seiner Abteilung ergriffen ebenfalls das Wort. Mit kreativen Geschenken wurde dem „menschlichen Chef vom alten Schlag“ für die Zusammenarbeit gedankt.

Die Anerkennung und guten Wünsche von vielen Seiten gab Gerhard Weidner gerne zurück. In seinen Dankesworten brachte er einerseits Freude auf den neuen Lebensabschnitt und genügend Zeit für die bald auf ihn zukommende „neue Rolle als Opa“. Das Deutsche Rote Kreuz sehe er aber weiterhin als persönliche „Herzensangelegenheit“. Eben deshalb habe er sich entschieden „doch nicht so ganz zu gehen“, sondern eine Nebenbeschäftigung beim DRK anzunehmen.

Zukünftig fungiert Weidner als Leiter einer neuen Pflegeberatungsstelle im DRK-Seniorenheim Waldbrunn. Ohnehin schon seit Jahresbeginn arbeitete er mit Stefan Kohler den neuen Abteilungsleiter ein. Durch die symbolische Übergabe seines Hutes an den Nachfolger markierte er nun endgültig den Stabwechsel. „Meine Bitte ist: Schenken Sie ihm dasselbe Vertrauen, wie Sie es mir geschenkt haben!“, rief er den Gästen unter Beifall zu.

Im Anschluss wurde zu einem kleinen Imbiss eingeladen. Für die rockige Umrahmung sorgte Klaus Wetterauer-Zilling (Schlierstadt), alias „Weddes“ mit Gitarre, Schlagzeug und Gesang.