Eine wirtschaftliche Krisenstimmung ist nicht erkennbar

Die Hauptfiliale der Volksbank Mosbach in der Altstadt. Foto (Archiv): frh

Pressekonferenz bei der der Volksbank Mosbach.

Mosbach. (frh) Trotz der Corona-Krise konnte die Volksbank Mosbach e.G. im vergangenen Jahr ein stattliches Wachstum vorweisen. Dementsprechend sehr zufrieden zeigten sich die beiden Vorstände Holger Engelhardt und Marco Garcia bei der alljährlichen Pressekonferenz zur Vorstellung der Bilanzzahlen. Dieses Jahr nutzte man dafür eine Videoschaltung über die Software „GoToMeeting“.

„Wir haben schon vergangenes Jahr fast alles virtuell umgesetzt, bis hin zur Vertreterversammlung“, beschrieb Marco Garcia den „Digitalisierungsschub“, den die Krise mit sich gebracht habe. Respekt zollte er den 220 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die den „Kraftakt“ sehr schnell und mit Erfolg gemeistert hätten. Persönliche Begegnungen fehlten wegen der räumlichen Trennung bisweilen aber trotzdem. Dass es sich volkswirtschaftlich um die Rahmenbedingungen einer „schweren Rezession“ handelt, stellte Holger Engelhardt gleich eingangs klar. „Großes Thema war die Liquidität“, erklärte er in Bezug auf die Firmenkunden der Volksbank. Um diesen bestmöglich zu helfen, habe man umgehend Kontakt gesucht und Tilgungsraten in großzügigem Umfang ausgesetzt.

„Wir sind jetzt stabil im Milliardenbereich beim Umsatz“, stellte Marco Garcia mit Blick auf die Eckdaten der Bilanz von 2020 fest. Gemessen an der „Corona-Vollbremsung“ sei man mit diesem Ergebnis „sehr zufrieden“, konstatierte Marco Garcia. Und auch mit Blick auf die Zukunft gelte zumindest im Raum Mosbach bisher, dass eine „Krisenstimmung nicht auszumachen“ sei. Gründe dafür, dass die Corona-Pandemie bisher auf der wirtschaftlichen Seite noch relativ glimpflich verläuft und wenig finanzielle Zukunftssorgen bestehen, umriss Marco Engelhardt auf Nachfrage mehrere. Sie lassen sich primär auf die vorhandene Substanz der Volkswirtschaft zurückführen. So bestünde eine „hohe Widerstandsfähigkeit wegen hoher Eigenkapitalbasis“. Die neue „Generation Erben“ mit stattlichen Vermögen spiele eine Rolle, wie eben auch die weiterhin recht hohe Sicherheit der Arbeitsplätze durch eine starke Wirtschaft mit großem Fachkräftebedarf.

Dennoch relativierte Engelhard, dass dies nicht für alle Branchen gleichermaßen gelte: „Wenn die Situation länger anhält, kann es für einige schwierig werden“.Marco Garcia nannte in dem Zusammenhang auch die beiden Tochterfirmen der Volksbank Mosbach in der Reisebranche. Die VB Immobilien GmbH habe 2020 hingegen mit einem „sehr soliden Jahresergebnis“ abgeschlossen, was auch die Bedeutung von Immobilien als Stabilitätsfaktor unterstreiche.

Für das laufende Geschäftsjahr strebt die Volksbank nach Bekunden der Vorstände derzeit ein Wachstum von vier Prozent an. Niedrigzinsen, die Demografieentwicklung und nicht zuletzt der Fortgang der Corona-Pandemie seien dabei allerdings zentrale Themen, über deren Risikopotenzial man sich bewusst sei. Zu dem immer mal wieder aufkommenden Thema „Fusionen“ hatten die beiden Vorstände nichts neues zu berichten. Freuen dürften sich viele Kunden aber über die Aussage, dass derzeit keine Änderungen an der Filialstruktur im Geschäftsgebiet geplant sind. Es gelte hier aber immer, dass die Kunden „mit den Füßen abstimmen“, beschrieb Marco Engelhardt ganz plastisch. Und er dürfte dabei die noch ziemlich undefinierte Zeit gemeint haben, wenn die pandemische Sondersituation einmal zu Ende geht.