„Abitur und was dann?“ auf digitale Wege gebracht

Am Auguste-Pattberg-Gymnasium in Neckarelz mit Schulleiter Dr. Thomas Pauer (r.) an der Spitze zeichnete man sich dieses Jahr für die Organisation der Berufsorientierungsreihe „Abitur und was dann?“ verantwortlich. Unter der Federführung von StR Chantal Fischer (r.) wurde von der Corona-Pandemie bedingt ein Digitalisierungskonzept umgesetzt. Foto: frh

Traditioneller Informationsabend zur Berufsorientierung neu konzipiert.

Neckarelz. (frh) Schon seit Dekaden ist der alle zwei Jahre stattfindende Informationsabend namens „Abitur und was dann?“ ein fest etabliertes Ereignis, das die beiden allgemeinbildenden Gymnasien im Stadtgebiet Mosbachs gemeinsam auf die Beine stellen. In der Corona-Krise mit ihren Kontaktbeschränkungen wird es nicht einfacher für Schülerinnen und Schüler, die richtige berufliche Schiene für sich zu finden. Umso wichtiger erschien des dem Auguste-Pattberg-Gynasium (APG) wie auch dem Nicolaus-Kistner-Gymnasium (NKG), ein digitales Ersatzformat zu schaffen, was in Gestalt mehrerer Vorträge über den gesamten März erfolgte.

Nach dem Abitur beginnt – ob akademisch oder im Betrieb – die Phase der beruflichen Ausbildung. Die Möglichkeiten sind dabei schier unendlich. Eine Orientierung zu gewinnen gelingt regelmäßig am besten, wenn man Leuten zuhört und Fragen stellt, die den jeweiligen Weg selbst eingeschlagen haben. Dazu bekamen die angehenden Abiturienten/innen ab der neunten Klassenstufe ihre Chance in elf Vorträgen, die virtuell über Videoschaltung bequem von zuhause aus zu verfolgen waren.

„Es ist schon eine tolle Sache, wie es gelungen ist, diese Traditionsveranstaltung unter ganz anderen Bedingungen durchzuführen“, zeigte sich APG-Schulleiter Dr. Thomas Pauer beeindruckt. Die Schulen übernehmen im Wechsel die Organisation, wobei eben gerade diesmal, wo so umfassende Veränderungen von der Pandemie bedingt nötig wurden, das APG an der Reihe war.

Da traf es sich gut, dass Pauer mit Studienrätin Chantal Fischer eine gymnasiale Beauftragte für Berufsorientierung („Bogy“) mit Medienaffinität in seinen Reihen weiß. Fischer hatte die Idee, statt eines einzigen Informationsabends das Programm über mehrere Freitage im März zu verteilen. „So ermöglichen wir den Schülerinnen und Schülern, mehr Vorträge zu hören“, erklärt sie. Die Referenten/innen zu finden, sei zwar immer etwas aufwendig, aber über die vorhandenen Kontakte gut gelungen. Mit der Unterstützung der Oberstudienräte Eberhardt Platzer und Dominik Weber gelang auch die technische Umsetzung bestens.

Die Zusammenarbeit mit dem benachbarten NKG lobte Chantal Fischer dabei ebenfalls. Im direkten Kontakt mit Schulleiter Jochen Herkert und dem Bogy-Beauftragten am NKG, Studienrat Tobias Schölch, habe man alle Fragen schnell und einvernehmlich lösen können. Und Herkert gab die Anerkennung gerne zurück: „Es könnte ein Modell für die Zukunft sein“, meint er zu dem von der jungen Gymnasiallehrerin entwickelten, digitalisierten Konzept. Dass man nach der Corona-Pandemie weiterhin mit Videokonferenzen oder hybriden Ansätzen arbeitet, hielt auch Schölch für gut möglich. Wichtig sei, dass alle Schüler/innen ab der neunten Klasse die Gelegenheit bekommen, Informationen über Berufs- und Karrierewegen aus erster Hand zu erhalten.

Und dass die angehenden Gymnasiasten/innen von APG wie NKG das Angebot gerne annehmen, zeigen die hohen Anmeldezahlen. Mitunter über 70 Personen fanden sich zu den einzelnen virtuellen Vorträgen ein. Mit der vom Land Baden-Württemberg den Schulen zur Verfügung gestellten Videokonferenzsoftware „BigBlueButton“ war es möglich, nicht nur die Vortragenden „live“ zu hören und zu sehen, sondern sich auch selbst mit Fragen einzubringen.

Die Auswahl der Berufsfelder kam breitgefächert daher. Vorträge gab aus dem Bereich der Informatik wie aus der Justiz oder dem Personal- und Bildungsmanagement an der DHBW. Ebenso waren die Medizin, der Gesundheitsdienst der NOK-Kliniken sowie der Rettungsdienst des DRKs dabei. Bauingenieurwesen kam ebenso dazu wie die Banken-, Versicherungs- und Finanzwirtschaft. Als Referenten/innen betätigten sich mitunter Eltern, ehemalige Schüler/innen oder sonstige Vertreter aus den beiden Gymnasien verbundenen Unternehmungen der Region. Allen Beteiligten sprachen die Schulleitungen ihren Dank für die Unterstützung aus.