Die künstlerische Form von „Sitzgelegenheiten“

Die in Form eines Katalogs gebrachte Ausstellung "Sitzgelegenheiten" von Bernhard Stüber. Foto/Repro: frh

Bernhard Stüber bringt Ausstellung in Katalogformat – für kurze Zeit hier zum Abruf im PDF-Format.

Neckarelz. (frh) In Zeiten der Corona-Pandemie sind kulturelle Veranstaltungen rar. Künstlerische Entwicklung, die letztlich vom Zuspruch der Betrachter lebt, hat schwierige Rahmenbedingungen. Dennoch sind viele Kunstschaffende im Hintergrund weiter aktiv und vermissen die Möglichkeit, Ihre Werke zu zeigen. Wege zu finden, die Kunst doch zum Publikum zu bringen, gibt es derweil viele.

Der pensionierte Kunstlehrer Bernhard Stüber – früher am Neckarelzer Auguste-Pattberg-Gymnasium (APG) tätig – hat sich im Rahmen seines aktuellen Projekts für eine Art Katalogformat entschieden. Sowohl digital als auch postalisch lässt er sie kunstinteressierten Personen in seinem Bekanntenkreis zukommen. „Es ist schade, dass der bereichernde Besuch einer Ausstellung zurzeit nicht möglich ist und vielen Kunstliebhabern schmerzlich fehlt“, schreibt Stüber. „Dann kommt eben jetzt eine Art Ausstellungsersatz im Miniaturformat zu Ihnen nach Hause“, erklärt er in der zum Heft beigefügten Karte. Das Prospekt verweist auch auf zwei im Internet abrufbare Videos zur Ausstellung, in welchen die Exponate mit musischer Untermalung auch aus anderer Perspektive zu sehen sind bzw. eine inhaltliche Ergänzung stattfindet.

Auf 24 Seiten von etwa Postkartenformat zeigt Künstler Bernhard Stüber seine per 3D-Druck umgesetzten Modelle unter dem Titel „Sitzgelegenheiten“. Foto/Repro: frh

Stübers aktuelles Projekt liegt einmal mehr im Bereich der von Computer-Technik unterstützten Kunst. Anders als zuletzt häufig Zeichnungen, Grafiken oder Fotos, bewegt er sich diesmal mehr im Feld des modellierenden Designs. „Sitzgelegenheiten“ hat er seine Zusammenstellung überschrieben. Dabei soll das gedanklich nachvollzogene Sitzen lediglich ein „unverbindliches, fantasieanregendes Angebot“ sein, wie es im Vorwort des kleinen Katalogs heißt. Viel mehr handelt es sich um geometrische Ausformungen, die Bernhard Stüber über einen 3D-Drucker zu greifbaren Modellen umgesetzt hat. Dass die Gebilde geeignet sein könnten, in entsprechend größerem Maßstab als Sitzgelegenheiten etwa in Parks, auf öffentlichen Plätzen oder in anspruchsvolleren Warteräumen zu dienen, erkennt man auch ohne größere künstlerische Phantasie schnell.

Im Vordergrund steht nach Stübers eigenen Beschreibung allerdings nicht die ergonomische Form zum Sitzen an sich, sondern die „künstlerisch angehauchte Liebe zur variationsreichen Geometrie weitgehend zweckfreier Objekte“. So animieren die im Maßstab 1:10 in PLA-Kunststoff gefertigten Modelle ein Stück weit auch dazu, sich die Umgebungen vorzustellen, in denen sie Platz finden könnten. In dem Katalog von 24 Seiten in ungefährer Postkartengröße sind die sehenswerten Modelle von Bernhard Stüber als Fotografien in Graustufen abgebildet.

-> Im PDF-Format kann der Katalog von Bernhard Stüber für kurze Zeit auch hier auf Mosbacher-Zeitung.de abgerufen werden: sitzgelegenheiten_b-stueber_Feb-2021