Kreisimpfzentrum übt sich noch in Geduld…

In einem Rundgang informierte Landrat Dr. Achim Brötel gemeinsam mit Peter Schmidt sowie dem Ersten Landesbeamten Dr. Björn-Christian Kleih und Betriebsleiter Volker Link (v.l.) die Presseöffentlichkeit über das betriebsbereite neue Kreisimpfzentrum im früheren Mosbacher Obertorzentrum. Foto: frh

Pressebesichtigung der neuen Einrichtung im Mosbacher Obertor – landesweit verschiebt sich der Impfstart.

Mosbach. (frh) Landesweit um eine Woche verschoben wurde der Start der Corona-Impfungen in eigens eingerichteten Kreisimpfzentren (KIZ) Neckar-Odenwald. Am Freitag den 22. Januar 2021 soll es nun soweit sein und die erste priorisierte Gruppe besonders von COVID-19 gefährdeter Personen (u.a. über 80-jährige) nach vorheriger Terminbuchung ihre Impfung erhalten. In Baden-Württemberg wurden dafür 50 KIZ aufgebaut, eines davon in Mosbach, das am Freitagnachmittag der Presseöffentlichkeit vorgestellt wurde.

„Wir wären pünktlich startklar gewesen, könnten sogar noch früher beginnen“, stellte Landrat Dr. Achim Brötel direkt heraus. Dass es nun doch etwas länger dauert, liege an Faktoren, die man nicht in der Hand habe. Im Wesentlichen entscheidend ist dafür, der Natur der Sache nach, die Verfügbarkeit von Impfstoff. Deshalb beginne man zunächst auch nur mit zwei statt der vorgesehenen sechs Impfstraßen. Sukzessive soll dann auf die volle Auslastung von 750 Impfungen pro Tag gesteigert werden – anfangs werden es voraussichtlich nur rund 180 pro Woche und damit etwa drei Prozent der möglichen Kapazität sein, erklärt Brötel. Daher werde man nach dem landesweiten Impfauftakt am Freitag 22. Januar sowie dem darauffolgenden Samstag (23.01.21) vorerst nur mittwochs und samstags, jeweils von 8 bis 15.30 Uhr, im eingeschränkten Betrieb starten. Sobald ausreichend Impfstoff vorhanden ist, soll täglich – auch am Wochenende – von 7 bis 21 Uhr geimpft werden.

Das Mosbacher Obertorzentrum ist jetzt das neue Kreisimpfzentrum Neckar-Odenwald. Foto: frh

Bei der höchsten Auslastung sollen rund 60 Personen gleichzeitig im Kreisimpfzentrum tätig sein, verdeutlichte Brötel die Dimensionen sowie die zeitliche Brisanz. Dass es sich der Notwendigkeit entsprechend um einen ziemlichen Massenbetrieb handelt, vermittelt bereits das steril wirkende Ambiente des früheren Supermarktes. Die Geräumigkeit ist dabei gleichzeitig der Vorteil, um die Abstands- und Hygieneregeln bestmöglich umsetzen zu können. Im Hintergrund der medizinischen Aufgabe steht aber auch ein beachtlicher organisatorischer Apparat, der mit ehrenamtlichen des Deutschen Roten Kreuzes unterstützt werden soll. Ebenso gehören zum Gesamtkonstrukt u.a. ein Sicherheitsdienst und eine umfängliche Koordination, die ein KIZ-Aufbaustab unter der Leitung des Ersten Landesbeamten Dr. Björn-Christian Kleih verantwortet. Die guten Bedingungen der baulichen Ertüchtigung wie auch der verkehrstechnischen Lage des angemieteten ehemaligen Obertor-Einkaufszentrums bekräftigte auch Peter Schmidt, der beim LRA vom Bereich Liegenschaften her das Projekt betreut.

Vom Empfangsbereich über sechs Registrierboxen führt der Rundweg der Impfstraßen zunächst in Filmvorführungsräume. Dort wird ein dreiminütiger Animationsfilm gezeigt. Informiert wird darin allgemein zur Corona-Schutzimpfung in deutscher Sprache mit fremdsprachigen Untertiteln. Im Anschluss werden die zu impfenden Personen jeweils einzeln durch den eigentlichen Impfprozess geschleust. Ein Arzt klärt medizinisch auf, dafür befähigte Mitarbeiter/innen verabreichen im nächsten Abteil die Injektion. Dies laufe „nach den in Stuttgart festgelegten Standards“ ab, so Betriebsleiter Volker Link. Zum Schluss wird 30 Minuten zur Beobachtung verblieben, bevor nach Abmeldung das Gebäude verlassen werden kann. Eine Bestätigung erfolgt im Impfbuch oder durch separate schriftliche Bescheinigung.

„Jeder, der geimpft werden will, wird auch geimpft werden. Es können aber definitiv nicht alle gleichzeitig drankommen und es wird deshalb zwangsläufig eine Zeit lang dauern“, versprach Landrat Dr. Achim Brötel abschließend und bat die Bürger/innen um Geduld. Dass die Impfbereitschaft in der Bevölkerung insgesamt steige, wertete er als gutes Zeichen in schwierigen Zeiten. Man könne nun immerhin von „großer Hoffnung in kleinen Dosen“ sprechen.

Info: Die Corona-Schutzimpfungen im Kreisimpfzentrum Mosbach werden ausschließlich an die impfberechtigten Personen nach vorheriger Terminvereinbarung, die per Telefon über die Service-Hotline des Landes unter der Rufnummer 116 117 oder über die Internetplattform www.impfterminservice.de erfolgt, verabreicht. Das Landratsamt selbst kann weder Termine vergeben noch verschieben. Start der Vergabe von Terminen für Impfungen im Kreisimpfzentrum Mosbach wird voraussichtlich der 19. Januar 2021 sein.