Bürgerstiftung stemmt sich gegen die Corona-Krise

Die Bürgerstiftung auch in der Corona-Krise auf Kurs halten wollen Vorsitzender Dr. Frank Zundel (r.) und Vorstandsmitglied Patricia Spitzer (l.). Foto: frh

Ausfälle von Veranstaltungen schlägt sich auch bei den Spendenmitteln nieder.

Mosbach/Berlin. (frh) Die Corona-Krise hat ihre wirtschaftlichen Auswirkungen auch bei sozial ausgerichteten Organisationen. So mussten auch die Bürgerstiftungen bundesweit ihre Aktivitäten an die neuen Gegebenheiten anpassen. Kürzlich informierte darüber die Stiftung Aktive Bürgerschaft in Berlin, die als „Kompetenzzentrum für Bürgerengagement der Volksbanken Raiffeisenbanken“ wirkt. In Mosbach spielt die hiesige Bürgerstiftung für die Region ebenfalls eine bedeutende Rolle an vielen Stellen im gesellschaftlichen Leben. Und auch hier sind die Auswirkungen deutlich spürbar, wie Vorsitzender Dr. Frank Zundel und Vorstandsmitglied Patricia Spitzer im Gespräch bestätigten.

„Es ist bisher ein Jahr zum Ausruhen“, beschrieb es Dr. Frank Zundel mit Bedauern. Das es „momentan insgesamt schwierig“ ist, zeigte er im Bereich der finanziellen Förderungen auf, die man zuletzt nicht mehr in der Höhe geben konnte, wie es sonst üblich und auch geplant gewesen ist. So fiel etwa das traditionelle Golfturnier aus, bei dem normalerweise gut 10.000 Euro für gemeinnützige Zwecke erwirtschaftet würden. Ebenso fallen die Einnahmen beim Mosbacher Weihnachtsmarkt dieses Jahr weg.

Weitere Veranstaltungen mussten schon im Frühjahr und Sommer abgesagt werden und die Spendenbereitschaft sei angesichts der wirtschaftlich ungewissen Lage derzeit ebenfalls nicht besonders ausgeprägt. Dass man den „Lesebär“ diesmal nicht zum Schulstart mit den „Lesetüten“ in die Schulen schicken konnte, bedauert Patricia Spitzer sehr. Man habe aber fest vor, dies im nächsten Frühjahr nachzuholen. Auch ansonsten versuche man trotz der Einschränkungen „alles, was möglich ist“.

Aus einem Report unter der Federführung von Programmmanager Jonas Rungenstein, den die Stiftung Aktive Bürgerschaft vor einigen Wochen bei einer virtuellen Pressekonferenz in Berlin vorstellte, lassen sich Auswirkungen der Corona-Krise ablesen, die nicht bei jeder Bürgerstiftung gleich ausfallen. Viel komme darauf an, wie die jeweilige Bürgerstiftung ihre Aktivitäten ausgerichtet hat, beschrieb Geschäftsführer Dr. Stefan Nährlich.

Dass die Krisensituation aber auch die Kreativität der Ehrenamtlichen noch weiter gesteigert hat, bekräftigte Dr. Marie-Luise Stoll-Steffan vom Bündnis der Bürgerstiftungen Deutschlands. 79% der „Mitmacht-Stiftungen“, bei denen sich jeder mit Geld, Zeit und Ideen vor Ort für gemeinnützige Zwecke engagieren kann, haben dem Report zufolge ihre ursprüngliches Programm um spezielle Corona-Hilfen ergänzt. 32% machten sie sogar zum Schwerpunkt ihrer Arbeit.

Neue Netzwerke zusammen mit anderen Organisationen seien laut Stoll-Steffan und ihrer Kollegin Ulrike Reichart in der schwierigen Zeit entstanden oder vertieft worden. „Das gibt es schon immer“ ordnete Vorsitzender Dr. Frank Zundel auf Nachfrage in Bezug zur lokalen Ebene in Mosbach ein, konnte aber ebenfalls einige Aktionen nennen, die zumindest in der jetzigen Form neu entstanden: So etwas die Beteiligung am alljährlichen Stadtputz, wo die Bürgerstiftung im September zusammen u.a. mit dem Bürgerverein „Bura“ Neckarelz, dem LionsClub „ElzNeckar“ sowie den Donauschwaben Mosbach am Neckarvorland im Einsatz war.