Online mehr „Stände“ als bisher in der Halle

as Plakatmotiv der Lehrstellen Börse Neckar-Odenwald, das Dagmar Straub und Claudia Orth hier zeigen (vorne v.l.), bleibt dasselbe. Hinter dem Angebot stehen mehrere Kooperationspartner. Hinten v.l.: Fabian Weiß, Ralf Trabold, Michael Windmeißer, Marion Günther. Foto: frh

Virtuelle Lehrstellenbörse NOK läuft gut an – „Zug noch nicht abgefahren“.

Mosbach. (frh) Bereits 45 ausbildende Betriebe und Schulen präsentieren sich derzeit auf der virtuellen Plattform der Lehrstellenbörse des Neckar-Odenwald-Kreises. Der Corona-Pandemie war das etablierte Format der vom Landratsamt und der Stadt Mosbach mit Kooperationspartnern getragenen Ausbildungsmesse in der Neckarelzer Pattberghalle dieses Jahr zum Opfer gefallen. Einen Ersatz hat man in Gestalt eines „Online-Azubi-Speed-Dating“ (OASD) an den Start gebracht (wir berichteten bereits). Zu einem neuerlichen Pressegespräch hatten sich am frühen Mittwochnachmittag Vertreter beteiligter Institutionen im Landratsamt eingefunden.

Marion Günther, Referentin des Landrats, erinnerte an die Entstehung der Idee vor einigen Monaten direkt nach der ersten Hochphase der Pandemie. „Wir saßen fast in der gleichen Runde zusammen“, beschrieb sie, wie man sich zunächst Gedanken darüber gemacht hatte, ob man die entfallene Großveranstaltung überhaupt ersetzen kann oder sollte. Durch Dagmar Straub von der IHK Rhein-Neckar sei dann eine virtuelle Variante im Internet ins Gespräch gebracht worden, die sofort auf Begeisterung stieß.

„Wir hängen an dem Format“, bekannte Straub. In den vergangenen Jahren habe sich durch die hohen Besucherzahlen das Interesse der angehenden Auszubildenden belegt. Und auch die Zahl der Unternehmen, die Stände anboten, hatte sich kontinuierlich bis zur Grenze der Platzkapazität gesteigert. Im Online-Bereich sind es nun aber mit 45 noch einmal mehr teilnehmende Betriebe als zuletzt in der Pattberghalle, wo es im Vorjahr 41 waren. „Es ist gerade erst angelaufen“, war Fabian Weiß, Wirtschaftsförderer in der Mosbacher Stadtverwaltung, wichtig zu betonen. Das offene Format ermöglicht es bis zum Schluss für die Unternehmen, noch auf den Zug aufzuspringen und ihr Ausbildungsprogramm vorzustellen. Und auch für die Jugendlichen seien, nachdem der Markt im Frühjahr mehr oder weniger eingebrochen war, derzeit wieder viele Ausbildungsstellen verfügbar.

„Es ist nach wie vor schwierig“, stellte Michael Windmeißer von der Kreishandwerkerschaft aus sich der Arbeitgeber mit Blick auf den Ausbildungsmarkt fest. Noch immer fänden viele Betriebe gerade in der Handwerksbranche keine Azubis. „Wir beobachten eine deutliche Zunahme bei den Anmeldungen zu Vollzeitschulen“, wusste Ralf Trabold, Schulleiter der Ludwig-Erhard-Schule und geschäftsführender Schulleiter der Kreisschulen, zu berichten. Grund sei häufig einfach „Verlegenheit“ gewesen – nicht wenige wählten zuletzt eine einjährige, berufsorientierende Schulform, um wenigstens ihre Schulpflicht zu erfüllen, so Trabold.

Dass Ausbildungsstellen im Frühjahr zwischen März und Mai in vielen Branchen kaum zu finden waren, bestätigte auch Claudia Orth von der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald. „Jetzt haben die Betriebe wieder geöffnet und können wieder planen“, so Orth. Feststellbar sei gerade bei handwerklichen Betrieben teilweise sogar ein gestiegenes Interesse an der Einstellung neuer Auszubildenden.

„Die Rückmeldungen sind bisher sehr gut“, gab Michael Windmeißer aus Gesprächen mit beteiligt Unternehmen wider. Zugriffszahlen lagen zum Zeitpunkt der Pressekonferenz aber ebenso wenig vor wie Evaluationen bei teilnehmenden Schülern. Erhebungen sind aber im Anschluss geplant, wovon auch die Frage Fortsetzung im kommenden Jahr abhängt. Und dass es zu dieser kommt – ob als alleinige Basis oder „hybrid“ mit der Präsenzmesse – dürfte zumindest nicht unwahrscheinlich sein.


Info:
 Die Kreis-Lehrstellenbörse Neckar-Odenwald in ihrer virtuellen Form als „Online-Azubi-Speed-Dating“ ist noch bis 30. Oktober 2020 im Internet unter
www.nok.azubi-match.com (externer Link!) erreichbar.