Er prägte Mosbach durch bezahlbaren Wohnraum

Klaus-Dieter Roos (l.) reicht den Stab des geschäftsführenden Vorstands der Baugenossenschaft „Familienheim“ Mosbach an Jens Neser (r.) weiter. Foto: frh

Dr. Klaus-Dieter Roos übergibt Führung der BG „Familienheim“ an Jens Neser.

Neckarelz. (frh) Ein Wechsel an der Spitze des größten Wohnungsunternehmens der Region ist bereits für sich genommen von einigem Belang. Geht aber eine Persönlichkeit wie Dr. Klaus-Dieter Roos in den Ruhestand, ist es eine Zäsur mit dem Ende einer Ära. Nach 15 Jahren gibt Roos den Posten des geschäftsführenden Vorstands der Baugenossenschaft (BG) „Familienheim“ Mosbach Ende November an Jens Neser weiter.

„Alles ist einmal zu Ende“, schaut Roos zwar mit etwas Wehmut, aber auch auf mit Stolz und Zufriedenheit auf seine Laufbahn zurück. Die Position des geschäftsführenden Vorstands bei der Baugenossenschaft hatte er 15 Jahre inne. Zuvor wirkte der promovierte Geologe zunächst im Hochschulbereich, bevor er in die kommunale Verwaltung wechselte. In der Mosbacher Stadtverwaltung setzte er 1985 bis 1998 als Referent für Wirtschaftsförderung, als Geschäftsführer der Landesgartenschau sowie des Eigenbetriebs Kultur- und Fremdenverkehr Akzente. 1999 wechselte Roos zur Stadt Neckarsulm, wo er unter anderem als Werkleiter des kommunalen Schwimmbads „Aquatoll“ eingesetzt war. Ebenso leitete er das dortige Zweiradmuseum und wurde 2005 Amtsleiter für Schule, Kultur und Sport.

2006 Sollte der Weg von Klaus-Dieter Roos wieder in seine Heimat führen. Die SPD trug dem Neckarelzer die Kandidatur um das Amt des Oberbürgermeisters der Großen Kreisstadt Mosbach an. Trotz Unterstützung sämtlicher Fraktionen im Gemeinderat außer der CDU unterlag Roos damals denkbar knapp dem heutigen Amtsinhaber Michael Jann im zweiten Wahlgang. Doch auch mit der BG Familienheim, wo er im September 2006 das Ruder von Horst Jürgen Müller übernahm, gelang es ihm, Mosbach und das gesamte Umland nachhaltig zu prägen. Über 1.000 Wohnungen befinden sich heute in deren Portfolio. Viele Projekte des sozialen, für „einfache Bürger“ leistbaren Wohnungsbaus fallen in seine Amtszeit.

Dass die Schaffung von bezahlbarem Mietwohnraum weiterhin „das Hauptaugenmerk der BG Familienheim“ bleiben soll, bekräftigt auch sein designierter Nachfolger. Mit Jens Neser hat sich der Aufsichtsrat für einen „neuen Kapitän aus der eigenen Crew“ entschieden, um einen „reibungslosen Übergang“ zu gewährleisten, wie Aufsichtsratsvorsitzender Thomas Flicker erklärt. Unter den Bewerbern konnte sich Neser, der bereits seit 2016 als Leiter des Rechnungswesens bei der BG Familienheim arbeitet und über Prokura verfügt, bei einstimmigem Votum durchsetzen. Der 36-jährige Diplom-Wirtschaftsjurist Jens Neser tritt sein Amt bereits zum 1. September an und führt die BG Familienheim bis zu dessen Ausscheiden mit Klaus-Dieter Roos in einer Doppelspitze. Roos wird auch danach noch bis voraussichtlich August 2021 in nebenamtlicher Rolle, neben Peter Maurus, im Vorstand bleiben.