Ein Lebenswerk der Friedensforschung gewürdigt

V.l.: MdB Alois Gerig, OB Michael Jann, Staatssekretärin MdL Friedlinde Gurr-Hirsch, Dr. Hans Günter Brauch, MdL Georg Nelius. Foto: frh

Bundesverdienstkreuz für Mosbacher Politikwissenschaftler Dr. Hans Günter Brauch.

Mosbach. (frh) Eine Weltkarriere in der politischen Wissenschaft hat Dr. Hans Günter Brauch vorzuweisen. Dieser Tage erhielt der aus dem Mosbacher Stadtteil Reichenbuch stammende, interdisziplinäre Friedensforscher in Würdigung seines Lebenswerks das Bundesverdienstkreuz am Bande. Mit „Denker, Autor, Forscher“ nannte Oberbürgermeister Michael Jann vor rund 50 Gästen in der Alten Mälzerei nur einige wenige beschreibende Begriffe. Die Bezeichnung als „Friedsforscher“ fasst die vielen Felder aus dem Bereich der politischen Wissenschaft ein Stück weit zusammen.

Aus den Händen von Friedlinde Gurr-Hirsch erhielt Dr. Hans Günter Brauch die Urkunde und das Bundesverdienstkreuz. Autor: frh

Die Laudation hielt Staatssekretärin MdL Friedlinde Gurr-Hirsch, die in Vertretung des verhinderten Ministers MdL Peter Hauk (CDU) gekommen war. Gurr-Hirsch zeichnete dabei den Lebensweg der Ehrungsperson ausgehend vom Mosbacher Nicolaus-Kistner-Gymnasium (NKG) nach, wo der 1947 geborene Brauch in Jahr 1967 das Abitur ablegte. Mit einem Stipendium für Hochbegabte studierte er Politikwissenschaften, Neuere Geschichte und Anglistik in Heidelberg und London. 1976 promovierte er in Heidelberg. Danach folgten Stationen als Lehrstuhlvertreter an deutschen und internationalen Hochschulen. Viele klangvolle Namen, mit den US-amerikanischen Eliteuniversitäten Harvard und Stanford an der Spitze, stehen auf der Liste seiner Wirkungsstätten. Ebenso war er für große internationale Organisationen wie die Nato tätig. An der Freien Universität (FU) Berlin erfolgte 1998 die Habilitation zur Erlangung der höchsten akademischen Lehrbefugnis. An der FU wirkte er fortan als Privatdozent, bis er mit der Emeritierung 2012 in den Ruhestand trat.

Mit der Überreichung der Urkunde und der Anbringung am Revers wurde Hans Günter Brauch in den Kreis der Träger des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland aufgenommen. Die gekommenen Gäste, unter denen auch Professoren aus dem europäischen Ausland waren, applaudierten anhaltend. In Grußworten würdigten MdB Alois Gerig (CDU) und MdL Georg Nelius (SPD) das „Käpsele“ aus Mosbach. Dr. Hans Günter nutzte seine Dankesreden neben wissenschaftlich fundierten Handlungsimpulsen mit Blick auf die Klimakrise auch dafür, um über seine erst im Mai gegründete Stiftung „Frieden und Ökologie im Anthropozän“ zu informieren. So kündigte er die Schaffung von Schülerpreisen an und stellte die Mitglieder des Stiftungsvorstands vor, zu denen auch der frühere NKG-Schulleiter Hans Happes gehört. Im Anschluss an die Feierstunde wurde zu einem kleinen Stehempfang unter strenger Einhaltung der Corona-Schutzvorschriften eingeladen.