APG zeigte sich innovativ beim Hygienekonzept

Transparente motivieren im APG zum Durchhalten im Bezug auf die Corona-Schutzmaßnahmen. Foto: frh

Corona-Krise stellt auch das Neckarelzer Gymnasium vor große Herausforderungen.

Neckarelz. (frh) Not macht bekanntlich erfinderisch. Und so hat man sich am Auguste-Pattberg-Gymnasium (APG) in der Corona-Krise einiges einfallen lassen, um den Infektionsschutz für die Schülerinnen und Schüler wie auch der Lehrkräfte bestmöglich zu gewährleisten. Oberstes Gebot ist dabei das Einhalten von eineinhalb Metern Mindestabstand sowie das Tragen von Mund-Nasenmasken überall im Schulhaus, sobald der Sitzplatz im Klassenzimmer verlassen wird. Das neue Hygienekonzept, das über die Standards hinausgeht, wurde dieser Tage offiziell vorgestellt.

„Insgesamt läuft das alles sehr diszipliniert ab“, zeigte sich Gymnasiallehrer Thomas Lorenz vom zehnköpfigen Krisenstab am APG zufrieden mit der bisherigen Umsetzung der Maßnahmen. Ideenreichtum und Blick fürs Detail hatte die „Task-Force“ aufgewendet, um die in der Natur der Sache liegende Fehleranfälligkeit einschneidender Neuerungen, die weit vom gewohnten Schulalltag abweichen, so gering wie möglich zu halten. Dennoch ist es ein umfängliches Maßnahmenbündel, das erst implementiert und eingespielt werden muss: Beginnend von Markierungen am Boden über Zugangsregeln zu den WC-Anlagen bis hin zu den neuen Sitzordnungen, welche die vorgeschriebenen Abstände gewährleisten.

Während die Unterstufenschüler zu den „großen Pausen“, fast schon an Militär erinnernd, in Reih und Glied von ihren Lehrenkräften angeführt auf den Pausenhof marschieren, merkt man den angehenden Abiturienten der Kursstufe das Unbehagen doch etwas mehr an. Die bisherigen „kleinen Pausen“ von fünf Minuten entfallen momentan ganz oder werden von den Lehrkräften bei Verbleib am Platz improvisiert. An die Tafel muss und darf selbstredend niemand außer die Lehrkraft, die ihrerseits mit einem Spuckschutz aus Plexiglas am Lehrerpult von der Klasse abgetrennt ist. Teilweise wurde in größere Unterrichtsräume im Haus umgezogen. Sogar in der Pattberghalle wurde ein Klassenzimmer eingerichtet. Der Betrieb von Kiosk- und Mensa ist derzeit ohnehin eingestellt, so dass die Verpflegung von zuhause mitgebracht werden muss. Ebenso steht überall Desinfektionsmittel zur Verfügung und es wird noch häufiger als bisher gelüftet.

Dass die Elternschaft das strikte Konzept im Sinne bestmöglich Sicherheit ganz überwiegend mitträgt, freut den stellvertretenden Schulleiter German Miksch. An dem Neckarelzer Gymnasium mit seinen über 1.000 Schüler/innen sei es eine erhebliche Leistung auch der Lehrkräfte, für die Umsetzung zu sorgen und dabei die gesamte Schulgemeinschaft mit ins Boot zu holen, stellte er heraus. Die im Haus aufgehängten Transparente mit Sprüchen wie „Wir lernen mit Abstand am besten!“ zeuge zudem von innerem Zusammenhalt, den man gerade in dieser Zeit brauche.  Dass ab und an auch Unmut bekundet wurde, als etwa während dem „LockDown“ nur eine Notbetreuung unter engen Voraussetzungen angeboten werden konnte, dafür habe Miksch aber dennoch „durchaus Verständnis“. Es sind schließlich keine einfachen Zeiten, die für alle mit Belastungen einhergehen. Das Konzept soll daher fortlaufend in seiner Effizienz überprüft werden.