Wie die Mosbacher „Ratsdamen“ die Kommunalpolitik prägten

Einen weiteren Band fügt die Geschichts-AG des Nicolaus-Kistner-Gymnasiums ihrer Schriftenreihe zur Mosbacher Stadtgeschichte hinzu (hier: Vorab-Druck, Cover im Original weicht eventuell ab). Diesmal geht es um die Mosbacher "Ratsdamen" und deren Einfluss auf die Entwicklung der Kommunalpolitik in der Großen Kreisstadt. Foto/Repro: frh

Geschichts-AG des NKGs veröffentlicht neue Broschüre zur Stadtgeschichte.

Mosbach. (frh) Ihre Schriftenreihe zur Mosbacher Stadtgeschichte erweitert die Geschichts-AG des Nicolaus-Kistner-Gymnasiums (NKG) nun um eine weitere Publikation. „Nicht nur reden, sondern (mit)machen – Frauen in der Mosbacher Kommunalpolitik“ heißt die neue Broschüre, die zehn Schülerinnen und Schüler von der siebten bis zur elften Klassenstufe unter der Leitung von Studienrätin Christine Eggers ausgearbeitet haben. Auf den 80 Seiten im handlichen, leicht über A5 hinausreichende Sonderformat wird die Geschichte von Frauen als Mitglieder des Mosbacher Gemeinderats nachgezeichnet.

Ausgehend von der Einführung des Frauenwahlrechts in Deutschland im Jahr 1918 zeigen die jungen Autoren auf, wie die ersten Frauen in gewählte Ämter der parlamentarischen Demokratie gelangten und wie sie dort wirkten. Von der „großen“ Politik her richtet sich der Blick nach und nach auf das Kommunalparlament vor Ort. Doch die Geschichte der „Ratsdamen“ beginnt in Mosbach erst im Jahr 1957, als mit Charlotte Brian die erste Frau als Nachrückerin für einen ausscheidenden Stadtrat der Freien Wähler in den Mosbacher Gemeinderat einzog.

Die Ausführungen der jugendlichen Geschichtsforscher erstrecken sich bis in die heutige Zeit. Wie schon seit geraumer Zeit zu erkennen, entwickeln sich die Veröffentlichungen der Geschichs-AG mehr und mehr auch in die Gegenwart hinein. Sie erfassen damit auch Felder der Gemeinschaftskunde einschließlich aktueller Gesellschaftspolitik. So sind bei der gegenwärtigen Themenstellung etwa Fragen der Geschlechtergleichstellung sowie dem Feminismus einbezogen. Gespräche mit früheren Mosbacher Stadträtinnen, die mitunter noch 2019 im Gemeinderat saßen, werden als Erfahrungsberichte vielseitig wiedergegeben.

Gefördert wurde das Werk einmal mehr durch den Verein der Freunde des NKGs sowie der Firma Mosca aus Waldbrunn. Worte des Dankes und der Anerkennung sprach Schulleiter Jochen Herkert den beteiligten Schüler/innen, deren Tutorin Christine Eggers und nicht zuletzt den Personen aus, die sich für Befragungen zur Verfügung gestellt hatten. Die Broschüre ist seit Samstag dem 20. Juni bei Kindlers Buchhandlung in der Mosbacher Innenstadt zum Preis von fünf Euro erhältlich.