Teil 3: Fragen und Antworten zum Coronavirus

Die Gesundheitsamtsleiterin des Landkreises Neckar-Odenwald, Dr. Martina Teinert. Foto: Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis /zg

Gesundheitsamtsleiterin Dr. Martina Teinert antwortet auf drängende Bürgerfragen.

Mosbach. (pm/red) Aufgrund der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus gehen beim Landratsamt weiterhin viele Anfragen ein. Dr. Martina Teinert, Leiterin des Gesundheitsamts des Neckar-Odenwald-Kreises, beantwortet im Folgenden die aktuell drängendsten:

Besteht beim Verkauf offener Waren ein Infektionsrisiko?

Dem Bundesinstitut für Risikobewertung sind bisher keine Corona-Infektionen über diese Übertragungswege bekannt. Grundsätzlich können Coronaviren aber natürlich durch direktes Niesen oder Husten einer infizierten Person auf Backwaren, Obst oder Gemüse gelangen. Backwaren sind im Einzelhandel deshalb durch einen Niesschutz an der Theke oder an den Selbstbedienungsständen geschützt, wodurch die Kontaminationsgefahr minimiert wird.

Es ist deshalb wichtig, beim Entnehmen immer die bereitliegenden Hilfsmittel zu nutzen, also etwa eine Zange oder eine Tüte, durch welche die Waren gegriffen werden können. Bei der Zubereitung von Obst und Gemüse sollten ebenso die allgemeinen Hygieneregeln beachtet werden, die gründliches Abwaschen und Händewaschen vor der Verarbeitung beinhalten.

Wann werden Veranstaltungen wieder möglich sein?

Rein rechtlich besteht das Kontaktverbot derzeit bis zum 15. Juni. Ich kann zudem aus epidemiologischer Sicht nur davor warnen, darauf zu hoffen, bald werde alles vorbei sein. Auch wenn das Wetter jetzt schöner wird, hat sich an der Lage nichts geändert. Das bedeutet: Jeder Kontakt mit anderen, näher als 1,50 Meter, kann potenziell zu einer Infektion führen.

Senken die warmen Temperaturen das Infektionsrisiko?

Das Virus ist für uns alle noch relativ neu. Aber Modellrechnungen aus den USA deuten darauf hin, dass sich im Frühjahr und Sommer die Pandemie wohl nicht verlangsamen wird. Leider gibt es hierzu keine sichere Aussage.

Gibt es eigentlich aus Sicht des Gesundheitsamts auch gute Nachrichten?

Natürlich, das darf nicht vergessen werden! Rund 80 positiv getestete Personen im Landkreis sind inzwischen wieder genesen, das heißt, sie zeigen über zwei Wochen nach der Bestätigung keine Symptome mehr. Insgesamt steigt zudem die Kurve der Fallzahlen bei uns nicht so schnell wie anderswo, was natürlich mit glücklichen Umständen zu tun haben kann. Aber mit Sicherheit auch mit der konsequenten und guten Arbeit aller medizinischer Einrichtungen. Beispielsweise hatten wir schon Fälle in Pflegeheimen, die wir sehr gut eindämmen konnten. Wir tun alles dafür, dass es so bleibt. Wir schauen von Tag zu Tag. Und wer aufmerksam und besonnen ist, kann uns dabei helfen.