Fragen und Antworten zum Coronavirus

Die Gesundheitsamtsleiterin des Landkreises Neckar-Odenwald, Dr. Martina Teinert. Foto: Landratsamt Neckar-Odenwald-Kreis /zg

Gesundheitsamtsleiterin Dr. Martina Teinert antwortet auf Anfragen zum Coronavirus.

Mosbach. (pm/red) Aufgrund der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus gehen beim Landratsamt des Neckar-Odenwald-Kreises weiterhin viele Anfragen ein. Dr. Martina Teinert, Leiterin des Gesundheitsamtes des Neckar-Odenwald-Kreises, beantwortet im Folgenden einige der aktuell drängendsten Fragen der Bürgerinnen und Bürger.

Kann man sich beim Einkaufen im Supermarkt anstecken und was muss man beim Einkaufen beachten?

Bei Coronaviren erfolgt die Übertragung primär über Sekrete des Atemtraktes. Gelangen diese Sekrete an die Hände, die dann beispielsweise das Gesicht berühren, ist es möglich, dass auch auf diese Weise eine Übertragung stattfindet. Die Übertragungsmöglichkeiten über Oberflächen hängen wiederum von vielen verschiedenen Faktoren ab. Wissenschaftliche Untersuchungen dazu können in der Regel nicht das realistische Übertragungsrisiko im Alltag widerspiegeln. Deshalb sollte man auch beim Einkaufen einfach die nun überall geltenden Hygieneregeln beachten, also die Hust- und Niesregeln, den Abstand zu anderen von circa ein bis zwei Metern wo immer möglich, also insbesondere auch an der Kasse. Nach dem Einkauf ist eine gute Händehygiene wichtig. Menschen, die Atemwegssymptome haben, sollten nicht selbst einkaufen. Das gilt möglichst auch für Risikogruppen. Hier können den Einkauf gegebenenfalls Angehörige übernehmen. Es gibt in manchen Gemeinden im Landkreis auch schon erste Hilfsangebote, falls diese Möglichkeit nicht besteht.

Was haben Sie in den vergangenen Tagen über Menschenansammlungen gedacht?

Nachdem schon auf allen Ebenen auf die Konsequenzen eines solchen Verhaltens hingewiesen wurde, fehlt mir nun offen gesagt jedes Verständnis. Wie ich schon mehrmals gesagt habe: Es ist nun wirklich ernst und jeder muss nach seinen Möglichkeiten soziale Kontakte komplett einschränken und konsequent die Hygienemaßnahmen beachten. Wenn dies nicht geschieht, befürchte ich auch hier im Landkreis eine Situation, die wir vielleicht nicht mehr beherrschen können.

Warum bekommt man derzeit so schwer telefonisch Auskunft vom Gesundheitsamt?

Wir verstehen, dass es derzeit sehr viele individuelle Anfragen gibt. Aber die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Gesundheitsamtes müssen sich jetzt vor allem darauf konzentrieren, bei nachweislich infizierten Patienten die Infektionskette zu unterbrechen. Dennoch ist das Landratsamt natürlich für die Fragen der Bürgerinnen und Bürger da. Unser Bürgertelefon steht täglich zwischen 8.00 und 16.00 Uhr unter den Telefonnummern 06261/84 3333 und 06281/5212 3333 zur Verfügung. Dort beantworten unsere Mitarbeiter im Schichtbetrieb Fragen und registrieren mögliche Verdachtsfälle. Die aufgenommenen Verdachtsfälle werden mehrmals täglich an das Gesundheitsamt weitergeleitet. Wir nehmen dann eine Risikoeinschätzung vor und melden uns wenn notwendig. Stets aktuelle Informationen gibt es natürlich auch auf der Webseite des Landratsamtes.