„Next Generation“ ergriff das Ruder der Neckarelzer Fastnacht

Kreisrätin Gabriele Teichmann und "Stadtrat Hulk" (alias Stadtrat Frank Heuß), bei der Verleihung des Kampagne-Ordens der KG "Neckario" Neckarelz bei der Prunksitzung 2020 in der Pattberghalle. Foto: privat

Prunksitzung bei der KG „Neckario“ mit Musik, Tanz und Büttenreden.

Neckarelz. (frh) Obwohl es kein Jubiläum zu feiern gab, war es doch keine gewöhnliche Prunksitzung, zu der die Karnevalsgesellschaft „Neckario“ in dieser Fastnachtssession eingeladen hatte. Für die Neckarelzer Fastnacht markierte der Samstagabend nicht weniger als die neue Zeitrechnung der „Next Generation“. Nach dem Wechsel in Vorstand und Elferrat moderierte nun der neue Präsident Martin Husfeldt in der bestens gefüllten Pattberghalle vor brandneuem Bühnenbanner samt hochmoderner Ton- und Belichtungstechnik.

Das talentierte Tanzmariechen Mirja Reichert aus der eigenen Nachwuchsabteilung der KG „Neckario“ Neckarelz. Foto: frh

Um Punkt 19.31 begann die neue Zeitrechnung für die Neckario mit dem Einmarsch des heimischen Elferrats samt Gastabordnungen, die von den zahlreichen Neckario-Tanzgarden angeführt wurden. Wenig später nahmen die Narren mit vielen „Ahoi“-Rufen ihre Symbolfiguren, den Wassermann „Neck“ (Chris Mayer) sowie seine beiden Nixen (Pia von Hülsen und Luisa Groß), für deren Prolog in Empfang. Eine Reihe von Ehrengästen konnte Husfeldt willkommen heißen und zur Ordensverleihung auf die Bühne bitten. Die Begrüßung von Oberbürgermeister Michael Jann nahm der Präsident aber sofort wieder zurück: „Das war natürlich ein Scherz, er ist nicht da!“ So übertrug Husfeldt kurzerhand die für den Rathauschef vorgesehene Redezeit an Stadtrat Frank Heuß. Die Neckario sei „nicht nur irgendein Karnevalsverein, sondern der beste von hier bis Limbach“, rief Heuß unter Applaus in den Saal. Kreisrätin Gabriele Teichmann ergänzte, dass aus der kommunalen Politik offenbar nur noch SPDler den Mut hätten, sich dem närrischen Treiben zu stellen.

Neckario-Präsident Martin Husfeldt bei seiner Büttenrede als „die Gelbe Tonne“. Foto: frh

Den karnevalstypischen Auftakt markierten einmal mehr die Kleinsten in beeindruckender Manier: Die Mini-Garde der Neckario. Tänzerisch ging es weiter mit dem begabten jungen Tanzmariechen Mirja Reichert aus der eigenen Jugend. Landrat Dr. Achim Brötel war ebenfalls gekommen – und zwar nicht als Ehrengast im Publikum, sondern wie gewohnt mit eigenem närrischen Beitrag. Mit Unterstützung von Peter Fieger an der Gitarre unterhielt der Akkordeonspieler Brötel gewitzt mit den „Seniorensportlerinnen“ Rita Müller und Gerda Schmitt.

Von der heimischen Juniorengarde gab es stilechte Fastnachtstänze zu sehen, bevor die erste Bütt des Abends für die aufklärende „Oma Jenny“ (alias Jennifer Bartz) öffnete. Akrobatik auf hohem sportlichen Level kam mit der Schautanzgruppe „Exotica“ der SpVgg Neckarelz in die Halle. Als „Die gelbe Tonne“ ging Präsident Martin Husfeldt selbst in die Bütt und verstand es, in seiner ganz eigenen humoristischen Art deren Ecken und Kanten zu beschreiben. Wesentlich eleganter ging mit Nicole Geiger ein weiteres Tanzmariechen der Neckario an den Start. Schon zum Inventar der Neckario gehört die Frauen-Schautanzgruppe „Just for fun“, die diesmal das Motto „außen cool – innen heiß“ gewählt hatte. Die beiden Geistlichen evangelischer und katholischer Konfession in Neckarelz nahm Karlheinz Kunert in seiner Bütt aufs Korn. Zum Stabswechsel in der Führung der Neckario passte die Bütt der „Gleichstellungsbeauftragten“ Helga Ehrfeld-Liegler.

Die Neck-Garde der KG „Neckario“ Neckarelz bei ihrem umjubelten Showtanz unter dem Titel „Eskalation der Ski-Haserl“. Foto: frh

Gastauftritte trugen die ins Weltall entführende Schautanzgruppe des FV Freibier Sulzbach sowie die „Zombies“ vom Tanzcorps des TSV Buchen bei. So richtig in „Après-Ski“-Stimmung versetzten die Damen der heimischen Neck-Garde durch ihren Schautanz, den sie einem klassischen Gardetanz folgen ließen. Somit konnte es dann noch einmal kräftig laut werden mit den Guggenmusikern der „Schnoogebatscher“ Binau. Das Finale gestaltete wie gewohnt die Männer-Schautanzgruppe der Neckario unter dem Titel „Die Spartaner. Umrahmt wurde das närrische Treiben von der SF-Band aus Schwarzach als Sitzungskapelle.