Awo-Musical eröffnete Einblicke in Politik und Geschichte

SPD-Bundestagsabgeordneter Josip Juratovic (r.) besuchte gemeinsam mit der Awo-Kreisvorsitzenden, Kreisrätin Gabriele Teichmann (m.), das Auguste-Pattberg-Gymnasium in Neckarelz. Eine Diskussionsrunde mit Schülerinnen und Schülern moderierte der stellvertretende Schulleiter German Miksch (l.). Foto: APG /zg

Der Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic war zu Gast am Auguste-Pattberg-Gymnasium.

Neckarelz. (pm/red) Die Musik- und Theater- AG sowie den Seminarkurs Journalismus am Auguste-Pattberg-Gymnasium (APG) besuchte dieser Tage der sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete Josip Juratovic aus Heilbronn. Anlass war sein Dank an die Mitwirkenden des Musicals der Arbeiterwohlfahrt (Awo) unter dem Titel „Marie Juchacz – eine starke Frau geht ihren Weg“, das auf Initiative der Vorsitzenden des Awo-Kreisverbands Neckar-Odenwald, Gabriele Teichmann, am APG umgesetzt wurde.

Zu Beginn stellte Schulleiter Dr. Thomas Pauer das APG vor. Voller Begeisterung konnten auch vier Monate nach Aufführung des Stückes die Mitwirkenden ihren Erfahrungen Ausdruck verleihen. So erzählten die Schüler/innen Emilia, Jana, Miro und Luke, die auf der Bühne alle in die Rolle der Arbeiterinnen und Arbeitern geschlüpft waren, welche Zeitzusammenhänge sie durch das Stück neu erfahren haben: „Mir war nicht klar, dass Frauen damals so sehr von der Zustimmung der Männer abhängig waren, ob es nun darum ging, einer geregelten Arbeit nachgehen zu dürfen oder beispielsweise Geld für die Familie auszugeben.“ Quinn, als Sechstklässler am weitesten entfernt von dem damaligen Geschehen, erlebte in seiner Rolle die einstige Armut der Berliner Kinder am eigenen Leibe, indem er ohne Schuhe auf die Bühne musste. Der Chorist Ben zeigte sich immer noch getragen von dem Gemeinschaftsgefühl, das durch das Großprojekt für alle erfahrbar war. Diese Begeisterung bestätigte auch Oberstudienrätin Wiebke Stölting, Regisseurin des Stückes, stellvertretend für ihre Kolleginnen und Kollegen, die an der Gestaltung beteiligt waren.

Im Anschluss an die Schülerrückmeldungen gab der Bundestagsabgeordnete kroatischer Herkunft einige Einblick in seine Motivation, Verantwortung zu übernehmen. Die repräsentative Demokratie beruhe auf Kompromissen und beinhalte zuweilen lange Prozesse. Er verstehe, dass die politischen Veränderungen jungen Menschen manchmal zu lange dauerten, er stellte aber auch fest, dass „die Jungen schnell sind, die Alten aber die Abkürzungen kennen“. Schule ist für den SPD Politiker ein Ort, an dem Demokratie in Form tolerierte Meinungsvielfalt gelehrt und gelebt werden kann. Der Parlamentarier aus Heilbronn beantwortete die Fragen der Schüler/innen aus dem von StD German Miksch und Dipl.-Theol. Thomas Lorenz geleiteten Seminarkurs mit großer Authentizität. Den Mitwirkenden des AWO-Musicals sagte der Politiker eine viertätige Reise nach Berlin als Anerkennung für ihr Engagement zu. Im Anschluss bedankte sich Awo-Kreisvorsitzende Gabriele Teichmann, die auch für die SPD im Kreistag des Landkreises Neckar-Odenwald sitzt, bei den Schüler/innen für deren Einsatz.