Neck und Nixen übernehmen die Herrschaft in Neckarelz

In einem stimmungsvolle Umzug ging es vom Neckarvorland über das Unterdorf hinaus an den Neckarelzer Marktplatz. Foto: frh

Traditionelle Neckeinholung der Karnevalsgesellschaft „Neckario“ Neckarelz.

Neckarelz. (frh) Nach einer rasanten Fahrt über die Wasseroberfläche des Neckars legte das Motorboot der Freiwilligen Feuerwehr Neckarelz-Diedesheim am Sonntagnachmittag am Neptun-Bootssteg an. An Bord hatte es einen Fang, auf den nicht nur die Narren von der KG „Neckario“ sehnlich warteten: Den Wassermann Neck (Chris Mayer) und seine beiden Nixen (Tina Fuhrmann und Ines Neser). Mitgebracht hatte der Neck allerlei Plastikmüll in einem Fangnetz, den er geradezu anklagend demonstrativ um den Hals trug. Nach einigen „Ahoi!“-Rufen und dem Begrüßungssekt am Bootssteg ging es im bunten und närrisch-lauten Umzug vom Neckarvorland über das Unterdorf hinauf in den Ortskern zum Marktplatz. Dort wartete bereits weiteres närrisches Publikum auf die Ankunft der grünen Symbolfiguren der fünften Jahreszeit in Neckarelz.

Der „rote Schorsch“, MdL Georg Nelius (SPD), gehörte ebenfalls zu den Teilnehmern der Neckeinholung, in der die Fastnachter der KG „Neckario“ traditionell die Macht über die fünfte Jahreszeit in Neckarelz proklamieren. Foto: frh

Auf der Treppe des ehemaligen Gasthauses Hirsch, wo heute die Jugendwohngruppe „Junique“ beheimatet ist, vollzog sich das traditionelle Prozedere der närrischen Machtübernahme. Im Prolog zur Begründung seiner Regentschaft nahm der Neck die wachsenden Berge von Plastikabfällen ins Visier. Umweltschutz und Klimawandel bestimmten auch seine weiteren Ausführungen. „Der Jann sollte mal im Neckar statt in Wellness baden!“ bezog er in Person von Oberbürgermeister Michael Jann, der von Stadtrat Timo Riedinger vertreten wurde, die Kommunalpolitik mit ein. Die neue „gelbe Tonne“, die von einem „AWN-Mitarbeiter“ (alias Elferrat Peter König) gebracht wurde, ermöglichte dem Neck das Ablegen seiner Last – gab aber auch Neckario-Präsident Martin Husfeldt Gelegenheit zu einigen spitzfindigen Bemerkungen ob deren Sperrigkeit. Mit Verlesung einer Kapitulationserklärung bestätigte OB-Stellvertreter Riedinger den „geordneten Rückzug“ der öffentlichen Gewalt, der „widerstandslos bis kommenden Aschermittwoch“ gelte. Das überreichte „Stadtsäckel“ nahm der Neck im schnellen Zugriff in Empfang.

Im Publikum begrüßte Husfeldt auch MdL Georg Nelius (SPD). Und der „rote Schorsch“ wurde für einen Mosbacher „Kiwwlschisser“ in Neckarelz fast schon frenetisch gefeiert: „Mosbach kann sich davon eine Scheibe abschneiden“ stellte er die Strahlkraft der Neckarelzer Fastnacht als bemerkenswert und beispielhaft für die Region heraus. Die Neckario hatte derweil sogar einen „Neckarelzer Klimapreis“ ausgelobt, wie Martin Husfeldt erklärte. Im Anschluss wurde der neue Kampagne-Orden unter dem Motto „Neckario, was für ne Schau! Im Elferrat sitzt jetzt ne Frau!“ an die zahlreichen Abordnungen befreundeter Karnevalsvereine vergeben. Bei Bewirtung wurde auf dem Marktplatz noch lange weiter gefeiert. Ebenso wurde auf den Start des Vorverkaufs der Eintrittskarten (Postagentur/Elektro-Müller Neckarelz) für die Neckario-Prunksitzung am 15. Februar hingewiesen. Die stets stimmungsvoll umrahmende Guggenmusik trugen die „Schnoogebadscher“ aus Binau bei.