Die Kirchengemeinderatswahl brachte eine Zäsur

Bei einem Festgottesdienst in der Martinskirche wurden ausscheidende Kirchengemeinderäte der Evangelischen Kirchengemeinde Neckarelz-Diedesheim verabschiedet und neue ins Amt eingeführt. Foto: Peter Jadrny

Verabschiedungen und Neueinführungen in der Evangelischen Kirchengemeinde Neckarelz-Diedesheim – Paula Woreschk jüngste Kirchenälteste im Kirchenbezirk Mosbach.

Mosbach/Neckarelz. (frh) Am ersten Advent 2019 wählte die Evangelische Landeskirche in Baden ihre Vertretergremien in den Gemeinden. Wahlen bedeuten oft eine Zäsur. So verhält es sich auch in Neckarelz-Diedesheim, wo am Sonntagvormittag in einem Gottesdienst fünf ausscheidende Mitglieder des Kirchengemeinderats verabschiedet wurden. Ebenso wurde das neu gewählte Gremium ins Amt eingeführt.

Die traditionelle Bezeichnung als „Kirchenälteste“ ist heute nicht mehr wirklich treffend, wo doch die „Ältesten“ schon lange nicht mehr alt sein müssen: Erstmals waren sogar 16-Jährige nicht nur wahlberechtigt, sondern auch selbst wählbar. In Neckarelz als der mit rund 2.900 Mitgliedern größten Gemeinde im Evangelischen Kirchenbezirk Mosbach kam diese Veränderung auch direkt an: In Person von Leni Endlich kandidierte die langjährige Vorsitzende nicht wieder und mit Paula Woreschk zog eine Jugendliche neu in den Kirchengemeinderat ein.

Vom Schulleiter des Nicolaus-Kistner-Gymnasiums, Jochen Herkert (r.), sowie dessen Stellvertreterin, Marion Stoffel (l.), wurde Paula Woreschk (m.) nach ihrer Wahl in den ev. Kirchengemeinderat Neckarelz-Diedesheim im Rektorat ihrer Schule empfangen. Foto: frh

In der Landeskirche Baden zählt die Schülerin der Kursstufe am Mosbacher Nicolaus-Kistner-Gymnasium (NKG) nun zu den insgesamt 19 jungen Kirchenältesten, die im neuen Mindestalter von 16 Jahren in dieses Amt gewählt wurden. „Ich will mithelfen, die Kirche für junge Menschen attraktiver zu machen“, hatte sie bei der Kandidatenvorstellung gesagt und dafür reichlich Applaus erhalten.

„Das Amt ist eine große Ehre und wir sind stolz, dass Du das machst“, sprach auch NKG-Schulleiter Herkert der jüngsten Kirchenältesten im Kirchenbezirk Mosbach die Glückwünsche und Anerkennung der Schulgemeinschaft aus. Zusammen mit seiner Stellvertreterin Marion Stoffel empfing er Paula Woreschk bereits kurz nach der Kirchenwahl im Rektorat der Schule. Am NKG soll die Jugendliche, die zuvor schon in der Schülervertretung tätig war, zukünftig auch im Rahmen des Religionsunterrichts gelegentlich von ihrem Engagement berichten.

Im Gottesdienst sprach Pfarrer Frithjof Meißner, der selbst erst kürzlich seinen Probedienst in der Gemeinde angetreten hat, anerkennende Worte für die ausscheidenden Kirchengemeinderäte. Aus unterschiedlichen Gründen kandidierten Brigitte Blaul, Leni Endlich, Ursula Ziegler, Ludwig Krämer und Frank Heuß bei den Kirchenwahlen nicht erneut. Sie alle hatten bisher zahlreiche Aufgabenbereiche ausgefüllt, die von Besuchsdiensten über Kinder- und Jugendarbeit bis zur Pressearbeit reichten.

Mit Präsenten und dem Lied „Danke“, dessen Text man auf die Personen hin individuell umgeschrieben hatte, wurden ihre Verdienste gewürdigt. „Dein Engagement für alle, bleibt doch unerreicht!“, sang die Gemeinde auf Leni Endlich. 24 Jahre hatte sie als Kirchengemeinderätin gewirkt – davon 15 Jahre als Vorsitzende. Geradezu selbstredend markiert ihr Abschied eine Zäsur.

Mit einer Segnung wurden die Verabschiedeten von ihren Aufgaben als Kirchenälteste freigesprochen und erhielten Dankesurkunden. Weitere Laudationen gab es von Christine Manovic als der dienstältesten Mitarbeiterin der Gemeinde in einer Reimform. Und es folgte lange anhaltender Beifall.

Danach wurden die Mitglieder des neuen Kirchengemeinderats Neckarelz-Diedesheim mit der Segenszusprechung von Pfarrer Frithjof Meißner in ihr Amt eingeführt. Dem Gremium gehören weiterhin an: Monika Göltl, Angelika Großkinsky, Reinhold Schulz und Jürgen Zimmermann. Neu dabei sind Heike Heck, Jessica Kullik und Paula Woreschk.