„Greta-Hype“ hält sich am NKG in Grenzen

Die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler am NKG bei der Einblendung eine Bildnisses der schwedischen Umweltaktivistin Greta Thunberg im Rahmen des Vortrags der "Energievision 2050" hielt sich in Grenzen. Foto: frh

Aktion Energievision 2050 machte am Nicolaus-Kistner-Gymnasium Station.

Mosbach. (frh)  Umwelt- und Klimaschutz im Zusammenhang mit der angestrebten Energiewende sind derzeit in aller Munde. Dem Thema, das viele junge Menschen bewegt, wollte man am Nicolaus-Kistner-Gymnasiums (NKG) Raum geben und hat deshalb dieser Tage die Aktion „Energievision 2050“, die auch vom Deutschen Städte- und Gemeindebund gefördert wird, an die Schule geholt. „Wir wollen erfahren, was wir selbst beitragen können“, bekräftigte Schulleiter Jochen Herkert im großen Musiksaal vor über 100 Schülerinnen und Schülern der zehnten Klassen. Dabei ginge es nicht darum, einfach nur auf einen „Hype“ aufzuspringen, sondern mit Besonnenheit zu arbeiten, um wirklich „Vorbild sein zu können“, betonte er. Nicht zuletzt dafür habe man am NKG eine Umwelt-AG ins Leben gerufen.

Als Referenten hieß Herkert den Biologen Stefan Simonis von dem die Aktion tragenden Verein Multivision aus Hamburg willkommen. Und der zeigte bereits kurz nach Beginn über die Projektion eine Großaufnahme der schwedischen Umweltaktivistin Greta Thunberg – was aber nicht etwa zu spontanem Beifall, sondern eher zu gewisser Unruhe im Saal führte. Fachlich ging Simonis auf die weltweite Klimaproblematik ein. Die Diskussion ließ jedoch deutlich erkennen, dass die angehenden Abiturienten/innen keineswegs so vorbehaltlos auf den aktuellen Megatrend anspringen – viel mehr äußerten sie sich differenziert und sachlich kritisch zum momentanen Zeitgeist. Den meisten Applaus erhielt eine Schülerin, die das Mikrofon zu einem beherzten Appell für mehr Nachhaltigkeit ergriff. Dabei kritisierte sie auch spaßbehaftete Demonstrationen, die falsche Eindrücke entstehen ließen. Symbolhafte Schnellschüsse könnten das Klima nicht retten, stellte sie heraus.

Und auch Stefan Simonis stimmte zumindest insoweit zu, dass etwa die Aussonderung von vermeintlich weniger umweltfreundlichen, aber noch funktionsfähigen Gebrauchsgegenständen nicht immer hilfreich ist. Wichtig sei es, die messbaren Kennzahlen zu beachten: So ging er auf den „Ökologischen Fußabdruck“ eines Menschen sowie die „Ökobilanz“ von Wirtschaftsgütern ein. Letztere spiele nicht zuletzt bei der klimapolitischen Bewertung von Elektroautos mit Blick auf die Produktion von deren Akkus eine Rolle.