Moderne Poeten „slammten“ um die Gunst des Publikums

Die wohl bekannteste Teilnehmerin im Feld des Mosbacher Poetry-Slams 2019: Helene Bockhorst aus Hamburg. Foto: frh

Vierter Mosbacher „Poetry-Slam“ im „fideljo“ vor um die 150 Zuschauern.

Mosbach. (frh) Es ist eine etwas andere Form des Wettkampfs in einer Disziplin, die für gewöhnlich nicht in Konkurrenz betrieben wird: „Poetry-Slam“ hat in den vergangenen Jahren viele Fans gefunden. Am Wettkampf der Literaten können Autoren sämtlicher Textformen teilnehmen. Erfolgreich sind diejenigen, die am meisten Gefallen finden. In der Großen Kreisstadt ist der Trend ebenfalls seit einigen Jahren angekommen und so fand dieser Tage bereits der vierte Mosbacher Poetry-Slam im Kultur- und Begegnungszentrum „fideljo“ statt.

„Wir haben schon im Vorverkauf rund 130 Karten abgesetzt“, zeigte sich Christoph Platzer vom Veranstalter DON-Entertainment zufrieden. Die Zielgruppe ist dabei sowohl von den Altersklassen als auch von den Personengruppen her durchmischt. Im Saal hatten sich um die 150 zahlende Gäste eingefunden, als Moderator Daniel Wagner auf die Bühne trat und eine kurze Einführung in das Regelwerk gab. Beim Mosbacher Poetry-Slam fällt die Entscheidung nicht durch eine Jury, sondern durch das Publikum. Maßgeblich ist für Bewertung und Platzierung, wer am meisten Applaus erhält. Bevor aber die poetischen Kontrahenten auf die Bühne traten, gehörte sie einem musikalischen „Special Guest“: Jacob Mayer interpretierte auf der Gitarre einige Songs auf betont unterhaltsame Weise mit ausgefallenen Liedtexten.

Als erster im Wettkämpfer ging der Mannheimer Phriedrich Chiller ins Rennen.  Helene Bockhorst dürfte die Bekannteste im Feld gewesen sein: Die Kabarettistin gewann 2018 bereits den Hamburger Comedy-Pokal und ist regelmäßig im TV-Sender „Tele 5“ zu sehen. Als Titelverteidiger trat der aus Mannheim kommende Andi Valent an. Am ehesten wie eine Poetin im klassischen Sinne zeigte sich Lokalmatadorin Die Leah aus Neckarzimmern, die bereits geraume Zeit in Mannheim lebt, setzte eher inhaltlich auf Moderne: Den ökologischen Megatrend griff sie mit einem Gedicht über „Mutter Erde“ und deren Ausbeutung durch den Menschen tiefsinnig auf. Und am Ende setzt sich die Umwelt-Dichterin bei ihrem „Heimspiel“ auch knapp vor Helene Bockhorst durch. Der nächste, dann fünfte Mosbacher Poetry Slam ist bereits für den 6. Mai 2020 im „fideljo“ geplant.