„Tag des offenen Denkmals“ kam auch bei Regen an

"Zimmermann Paul" alias Wilfried Boch führte in der typischen Handwerkskluft beim "Tag des offenen Denkmals" entlang der Fachwerksbaukunst in Mosbach, wie hier etwa am Dachstuhl des Alten Hospitals. Foto: frh

Interessante Zugänge zur Lokalgeschichte eröffnet – viel Andrang bei der Deetken-Mühle.

Mosbach. (frh) Optimal war das Wetter diesmal nicht – auch die terminliche Lage am letzten Wochenende in den Sommerferien ist sicherlich eher als suboptimal zu bezeichnen. Von dem Besuch zahlreicher kultureller Denkmäler im Stadtgebiet Mosbachs ließen sich viele Besucher dennoch nicht abhalten. Das Motto „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“ des bundesweiten „Tages des offenen Denkmals“ sorgte dafür, dass sich die angebotenen Führungen auch oft in andere Richtungen und Perspektiven als in den Vorjahren entwickelten.

Erstmals mit dabei war die Deetken-Mühle, in der Alten Neckarelzer Straße, wo heute das Missionswerk „OM“ residiert. Und dort war auch der Andrang besonders groß. Es dürften deutlich über 300 Gäste gewesen sein, die dort an Mühlenführungen teilnahmen.  Gezeigt wurden dort alte Kassen- und Quittungsbücher, Pläne von Gebäuden und Maschinen, eine Kaufurkunde von 1827, Preislisten und anderes mehr. Die Exponate stammen größtenteils aus dem Nachlass einer Angehörigen der Müller-Familie Deetken, die erst vor wenigen Jahren in hohem Alter verstarb und bis dahin Wohnrecht in einem der Mühlengebäude hatte. Die Dokumente wurden durch „OM“ nun als Dauerleihgabe an das Stadtarchiv Mosbach übergeben. Dank sagten vor Ort der ehrenamtliche Stellvertreter des Oberbürgermeisters, Stadtrat Manfred Beuchert, sowie die Stadtarchivarin Martina Rantasa.

„Zimmermann Paul“ alias Wilfried P.A. Boch geleitete in traditioneller Handwerkskluft entlang der prägenden Fachwerkhäuser der Innenstadt. In mittelalterlicher Handwerkskluft stellte Boch „das kleinste, das höchste und das schönste Fachwerkgebäude der Stadt“ besonders vor. Das alte Hospital als Ausgangspunkt, das miniaturartig wirkende Haus Kickelhain sowie das prachtvolle Palm’sche Haus waren die obligatorischen Stationen, wobei Regenwetter am frühen Abend den Rundgang etwas erschwerte. Erstmals empfing Gästeführer Martin Helm eine Gruppe von etwa zehn Interessierten in der St. Cäcilia. Anita Schneider stand in der Stadtkirche fachkundig für Fragen zur Verfügung. Magdalena Putze führte durch die Gutleutanlage und den angrenzenden jüdischen Friedhof. Ebenfalls ein klerikales Gebäude – aber auch eine mittelalterliche Burg ist das Neckarelzer Tempelhaus. Zu jeder vollen Stunde des Nachmittags führten Horst Uhl und Richard Zöller durch die historischen Gemäuer.