Awo der Metropolregion feierte 100-jähriges Bestehen in Mosbach

In einer Diskussionsrunde wurde über die Rolle der Awo früher und heute gesprochen. Foto: frh

Beim Festakt  gab es Auszüge aus dem am APG inszenierten  Musical „Marie Juchacz – eine starke Frau geht ihren Weg“ zu sehen.

Mosbach. (frh) Einer der heute größten, überparteilichen Wohlfahrtsverbände Deutschlands entstand im Jahr 1919 in Form eines Ausschusses in der SPD: Die Arbeiterwohlfahrt, die heute oft nur noch als „Awo“ bekannt ist. Das 100-jährige Bestehen feierten die Awo-Kreisverbände der Metropolregion Rhein-Neckar in einem gemeinsamen Festakt am Samstag in der Alten Mälzerei in Mosbach. Der Geschäftsführer der Awo Neckar-Odenwald, Peter Maurus, konnte gemeinsam mit der Awo-Kreisvorsitzenden Gabriele Teichmann über 200 Awo-Mitglieder aus allen Ecken der Metropolregion begrüßen. Die Moderation übernahm die Journalistin Friederike Kroitzsch. Dass in dem Programm die Musik mehr als nur den Rahmen einnehmen würde, machte der Aufakt direkt deutlich.

Zu dem Jubiläum haben Schüler des Neckarelzer Auguste-Pattberg-Gymnasiums (APG) in einem kooperativen Projekt ein Musical über die Awo-Gründerin Marie Juchacz unter der Regie von Lehrerin Wiebke Stölting inszeniert. Autor des Bühnenstücks mit dem Titel „Eine starke Frau geht ihren Weg“ ist Norbert Franck aus Speyer. Der rund 30-köpfige Musical-Chor unter der Leitung von Patrick Bach vermittelte davon einen ersten Eindruck. An dem Projekt am APG, das von Wiebke Stölting als Regisseurin geleitet wird, sind um die 100 Personen beteiligt. Kroitzsch schickte voraus, dass sich die Auszüge aus dem Musical, das im Oktober zur Uraufführung kommt, noch im Stadium von „öffentlichen Proben“ befinden. Die Festrede zur Geschichte von 100 Jahren Awo mit ihren Bezügen in die Region hielt Uli Graf. Graf ist ehemaliger Geschäftsführer der Friedrich-Ebert-Gedenkstätte Heidelberg und zeigte auch den Einfluss des ersten deutschen Reichspräsidenten hin zur Awo auf.

Eine Spielszene aus dem Musical brachte den Alltag von Industriearbeiterinnen im frühen 20. Jahrhundert näher. In einer Diskussionsrunde ging es um die Rolle der Awo damals und heute.  „Das kann nicht in diesem Raum bleiben, sondern muss vor größeres Publikum“, zeigte Hansjörg Seeh, Ehrenvorsitzender der Awo Baden, sich begeistert von der Musical-Darbietung der Schülerinnen und Schüler des APGs. Er sicherte zu, sich dafür einzusetzen, dass auch die Awo auf Bundesebene sich mit dem Projekt befassen und eine prominentere Bühne organisieren werde. „In der Region gut aufgestellt“ sieht Awo-Kreisvorsitzende Gabriele Teichmann den traditionsreichen Wohlfahrtsverband. Dabei benannte sie das soziale Angebot, das die Awo als Träger vorhält. Serviert wurde den Gästen schließlich ein bewusst bescheiden gehaltenes Mahl in Form einer Suppe – ganz im Sinne der Tradition der Awo, zu deren Anfängen nicht zuletzt Suppenküchen der Armenspeisung gehörten.