Sozialdemokraten besprachen Wahlergebnisse

Trotz des Verlusts von zwei Mandaten im Gemeinderat bleibt die SPD zweitstärkste Kraft im Mosbacher Rathaus und stellt mit MdL Georg Nelius (2.v.r.) den Stimmenkönig. Das Foto wurde am Tag der Bekanntgabe der Wahlergebnisse aufgenommen. Foto: frh

Mosbacher SPD hielt erste Nachlese zu den Kommunal- und Europawahlen.

Neckarelz. (frh/pm) Die Mosbacher SPD schnitt bei den Kommunalwahlen fast 10 Prozent besser ab als die Bundespartei in der Europawahl und ist weiterhin zweitstärkste politische Kraft in der Großen Kreisstadt. Ganz zufrieden ist man bei der SPD angesichts von zwei Mandaten weniger im Gemeinderat und dem Verlust von rund vier Prozent Stimmenanteil im Vergleich zu 2014 aber dennoch nicht. Während man direkt nach Bekanntgabe der Ergebnisse am Mosbacher Marktplatz bei der „Taverna Mythos“ noch im Eindruck frischer Emotionen zusammensaß (siehe Beitragsbild oberhalb der Überschrift), stand der Politik-Stammtisch des Ortsvereins im Juni in der Pizzeria „Oggi“ in Neckarelz ganz im Zeichen der Wahlnachlese.

„Wir haben es mit vielen starken und vor Ort bekannten Persönlichkeiten geschafft, uns vom Bundestrend abzukoppeln“, stellte MdL Georg Nelius zunächst positiv heraus. Nelius, der auch Vorsitzender der SPD-Stadtratsfraktion ist, ging erstmals als Stimmenkönig der Kandidaten aller Parteien aus der Gemeinderatswahl hervor. Dennoch sehe man mancherlei Entwicklung im Wahlverhalten, die in einer im Vergleich zu Großstädten eher überschaubaren Stadt wie Mosbach nicht unbedingt zu erwarten gewesen seien. Bei den Wahlergebnissen von manchen Parteien sei festzustellen, dass für die Wähler die Parteipräferenz wichtiger als die Person gewesen sei. So sprachen mehrere Diskutanten, unter denen auch die wiedergewählten Stadträte Hartmut Landhäußer und Frank Heuß waren, von einigen Wahlbezirken, in denen man sich angesichts von hohem Engagement und auch entgegen den Positionen der Verwaltungsspitze erkämpften Erfolgen doch etwas höhere Stimmergebnisse erhofft hätte. Über die Notwendigkeit einer Schärfung des Profils der SPD als Partei des sozialen Ausgleichs sprach die neu gewählte Kreisrätin Gabriele Teichmann aus Neckarzimmern. Gemeinsam mit MdL Georg Nelius und dem Lohrbacher Ortsvorsteher Norbert Schneider vertritt sie zukünftig den Wahlkreis Mosbach-Neckarzimmern im Kreistag.

Gesprochen wurde auch über die Situation in der Bundespartei nach dem Rücktritt der Parteivorsitzenden Andrea Nahles. Bezüglich des Umgangs mit deren Person wurde vielfach Unverständnis geäußert. Einige erinnerten sich auch noch gut an den Besuch von Andrea Nahles im April des Jahres 2003 in Neckarelz, als die damals 32-jährige, ehemalige Juso-Bundesvorsitzende einen eindrucksvollen Vortrag unter dem Titel „140 Jahre Sozialdemokratie in Deutschland – heute aktueller und wichtiger denn je!“ im Ökumenischen Zentrum in der Waldsteige gehalten hatte. Vereinbart wurde, dass man sich schon bald im Rahmen einer Mitgliederversammlung des SPD-Ortsvereins eingängig und detailliert mit den Wahlergebnissen befassen werden. Daraus sollen dann auch Rückschlüsse für die politische Arbeit in den kommenden Jahren gezogen werden.