NKG-Geschichts-AG gewinnt erneut Landestitel

Die Geschichts-AG des Nicolaus-Kistner-Gymasiums im Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten 2019. Foto: frh

Auszeichnung für Jugendliche aus Baden-Württemberg beim Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten – NKG erneut landesbeste Schule.

Hamburg/Mosbach. (pm/red) Seit 1973 richten die Hamburger Körber-Stiftung und das Bundespräsidialamt den Geschichtswettbewerb aus, der auf eine gemeinsame Initiative des damaligen Bundespräsidenten Gustav Heinemann und des Stifters Kurt A. Körber zurückgeht. Ziel ist es, bei Kindern und Jugendlichen das Interesse für die eigene Geschichte zu wecken, Selbstständigkeit zu fördern und Verantwortungsbewusstsein zu stärken. Ausgeschrieben wird der mit bislang über 146.500 Teilnehmern und rund 33.500 Projekten größte historische Forschungswettbewerb für junge Menschen in Deutschland in einem zweijährigen Turnus und zu wechselnden Themen.

Frauenfußball, Alltag und Widerstand im Nationalsozialismus oder die Revolution 1918/19 sind nur einige der Themen, zu denen Baden-Württembergische Schülerinnen und Schüler bei der nunmehr 26. Auflage des Wettbewerbs geforscht haben. Bundesweit nahmen rund 5.600 Schülerinnen und Schüler am Wettbewerb teil. Sie reichten insgesamt 1.992 Beiträge bei der Körber-Stiftung ein – damit ist es die beitragsstärkste Ausschreibung seit 1993. Nun wurden die 250 Landespreis- und 250 Förderpreisträger ausgewählt. In Baden-Württemberg haben 628 Schülerinnen und Schüler 229 Beiträge eingereicht – ein starker Zuwachs im Vergleich zu 173 Beiträgen der letzten Wettbewerbsrunde. Neben den Landes- und Förderpreissiegern darf sich das Nicolaus-Kistner-Gymnasium (NKG) in Mosbach über den Preis für die erfolgreichste Schule in Baden-Württemberg freuen. Die von Studienrätin Christine Eggers geleitete Geschichts-AG stand bereits häufiger an der Spitze des Wettbewerbs. Aus der Arbeitsgemeinschaft am NKG gewannen folgende Schülerinnen und Schüler Landespreise: Nele Wiersing, Eva Spitzer, Verena Crnjak (Arbeit zum Thema „4 Jahre verhandeln, wir haben es satt! Wie eine Gruppe von Jugendlichen den Mosbacher Stadtrat durch ihren Protest in eine Krise stürzte“), Mia Schattauer, Chiara Kraus, Hanna Horvath („Ansturm aus dem Osten Eine Krise für alle“).

Die Schülerinnen und Schüler haben sich auf unterschiedlichste Weise mit dem Rahmenthema „So geht’s nicht weiter. Krise, Umbruch, Aufbruch“ beschäftigt. Große Ereignisse in der Geschichte, aber auch kleinere Anlässe, die Einfluss auf das Leben von Menschen genommen haben, wurden von ihnen erforscht. Als „Spurensucher“ befragten sie dazu oftmals Zeitzeugen – beispielsweise mit Blick auf die sozialen Bewegungen des 20. Jahrhunderts. Häufig brachten die Teilnehmenden Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg und heutige Fluchtgeschichten miteinander in Verbindung. „Die Ergebnisse der aktuellen Wettbewerbsrunde zeigen, dass das Thema bei den Jugendlichen einen Nerv getroffen hat. Selten war die Themenvielfalt so groß wie in diesem Jahr“, so Gabriele Woidelko, Leiterin des Bereichs Geschichte und Politik der Körber-Stiftung. Am 20. September werden die Preisträgerinnen und Preisträger aus Baden-Württemberg im Rahmen der Landespreisverleihung im Neuen Schloss in Stuttgart ausgezeichnet. Die 250 Landessieger im Wettbewerb haben zudem die Chance, auch einen von 50 Bundespreisen zu erringen. Am 19. November 2019 wird Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier die fünf Erstpreisträger auf Bundesebene in Schloss Bellevue in Berlin ehren.