Schlossgespenst Edgar spukte in der Schulsporthalle

Das opernmusikalische Bühnenstück „Edgar, das gruselige Schlossgespenst“ zeigten Rafaela Stürmer und Burkhard Solle von der Tourneeoper Mannheim an der Waldsteige-Grundschule. Foto: frh

Tourneeoper Mannheim machte an der Waldsteige-Grundschule Station.

Neckarelz. (frh) Opern sind als anspruchsvolles Kulturprogramm eher bei mittlerer oder höherer Altersklasse beliebt – dass diese musikalische Form des Theaters aber auch in spaßig unterhaltsamer Form für Kinder ausgestaltet sein kann, beweist die Tourneeoper Mannheim. „Edgar, das gruselige Schlossgespenst“ heißt das Bühnenstück, das die Opernsänger Rafaela Stürmer und Burkhard Solle dieser Tage in der Sporthalle der Waldsteige-Grundschule aufführten.

Schulleiterin Jutta Preis konnte den rund 100 Schülerinnen und Schülern vor der Bühnenkulisse eines alten Schlossgemäuers ein „schauriges Vergnügen“ ankündigen. Und auch selbst durften sie häufiger mitmischen: Einzelne Gespensterlieder wurden mitgesungen, selbstgebastelte Handpuppen-Geister und schwarze Katzen aus Karton, vor denen sich Schlossgespenst Edgar fürchtet, versetzten fantasievoll in das „Schloss Kettenrasselstein“. Um die Frage, wer der oder die rechtmäßige Erbe oder Erbin der vor über 250 Jahren verstorbenen Schlossherrin Agathe ist, dreht sich die inszenierte Geschichte. Geister-Zimmermädchen Violetta befürchtet, wenn nun nicht sie, sondern der einzige verwandte Nachkomme, Gespenst Edgar, das Schloss geerbt haben würde, aus ihrer Behausung ausziehen zu müssen. So kämpft sie mit allerlei Gruselkünsten um das Schloss und tritt sogar zum Duell an. Als ein Notar auftaucht, der eine Familie Spinnenfleck als mögliche Erben mit ins Spiel bringt, spitzt sich die Lage zunächst zu, um sich am Ende in Wohlgefallen aufzulösen, weil Edgar das Zimmermädchen gar nicht mehr loswerden will.

Im Verlauf fließen zahlreiche klassische Arien und Duette mit ein, die in der Bandbreite von Mozart über Bizet bis hin zu Carl Maria von Weber reichen. Das junge Publikum staunte dabei nicht schlecht über die Tonhöhen, die Opernsängerin Rafaela Stürmer erreicht und die stimmliche Varianz, auf die Burkhardt Solle zurückgreifen kann. Gegen Ende der Vorführung traten auch mehrere Kinder der Waldsteige-Grundschule als Gespensterbande verkleidet mit auf die Bühne. Nach reichlich Applaus standen die beiden professionellen Operndarsteller ihrem Publikum für Fragen sowie Autogramme zur Verfügung. Rektorin Jutta Preis dankte der Tournee-Oper Mannheim für den erneuten Besuch.