Straßenparty mit „Kung-Fu-Panda“ und Co.

Tausende feierten beim Lohrbacher Nachtumzug am Rosenmontag.

Lohrbach. (frh/ots) Eine solche Massenveranstaltung ist für einen kleinen Ort wie Lohrbach, der als sogenannter „Satelliten-Stadtteil“ Mosbachs eher abgelegen und mit öffentlichen Verkehrsmittel schwierig zu erreichen ist, zweifelsohne etwas Besonderes. Der Lohrbacher Nachtumzug am Rosenmontag hat viele Jahrzehnte lange Tradition. Es ist heute der einzige im Stadtgebiet Mosbachs verbliebene Fastnachtsumzug mit Motivwägen.

Die klassisch-karnevalistischen Rhythmen standen zwar nicht im Mittelpunkt des Lohrbacher Nachtumzuges an Rosenmontag, wurden aber von Gruppen wie den „Schnoogebadschern“ aus Binau mit eingebracht. Foto: frh

Und auch diesmal ging es am Rosenmontag wieder mächtig rund in Lohrbach. Ob des stürmischen und regnerischen Wetters gab es zwischenzeitlich leise Zweifel, ob der Zug würde starten können – diese wichen aber doch recht schnell. Nachdem am Nachmittag verfügt wurde, dass man etwa eine Stunde später um 18.44 Uhr startet, erwischte man dann insgesamt doch recht gute Bedingungen mit wenig Wind und praktisch keinem Regen. Nach Einschätzung des Lohrbacher Ortsvorstehers Norbert Schneider, der gemeinsam mit Bürgermeister Michael Keilbach, Verwaltungsmitarbeitern sowie Stadt- und Ortschaftsräten an der Treppe der Verwaltungsstelle dem Umzugstreiben zusah, dürften es etwas weniger Besucher als sonst üblich gewesen sein – dennoch waren Tausende auf den Beinen.

Wohl einer der imposantesten Motivwägen beim Lohrbacher Fastnachts-Nachtumzug: Der „Kung-Fu-Panda“ mit einer sich drehenden Pandbär-Figur. Foto: frh

Parkplätze waren rund um den Ort kaum noch zu finden, Feuerwehr und Polizei hatten mit der Absicherung alle Hände voll zu tun. Vor allem viele Jugendliche nutzten die Gelegenheit zur ausgelassenen Straßenparty. Motivwägen waren einige am Start. Mit Fastnacht hatten allerdings viele nur marginal zu tun, sondern hatten eher den Charakter von Discobusse und fahrenden Tanzbühnen. Immer wieder wurden Süßigkeiten in die Menge geworfen, aber auch mal Mehlstaub verwirbelt. Klassisch karnevalistische Klänge gab es etwa vom Spielmannszug Lohrbach sowie von der Guggenmusikgruppe der „Schnoogebadscher“ aus Binau zu hören. Politische Motivwägen waren  vergleichsweise selten. Thematisiert wurde auf einem Wagen die geplante Grenzmauer zwischen den USA und Mexiko: „Steht die Mauer zur USA, bleibt uns der Tequila, das ganze Jahr!“ Besonders imposant wirkten die Wagen „Kung-Fu-Panda“ mit der Figur eines großen, sich drehenden Pandabären sowie ein rollendes Pfefferkuchenhaus.

Und auch die Polizei zeigte sich mit dem Verlauf zufrieden: Bis zum Ende des Lohrbacher Nachtumzugs gegen 20.30 Uhr kam es laut dem Polizeibericht zu keinen nennenswerten polizeilichen Vorkommnissen. Nach dem Ende der Straßenreinigungsarbeiten wurde die Umzugsstrecke gegen 21.40 Uhr wieder für den Verkehr freigegeben. Auch bei der anschließenden Party in der Sporthalle blieb es überwiegend ruhig und friedlich. Kleinere Streitigkeiten konnten vor Ort geschlichtet werden. Einige übermütig gewordene Teilnehmer traten beim Verlassen der Halle Mülltonnen um. Auf Weisung der Polizei sammelten sie den Abfall auch wieder ein. Einigen Fahranfängern mussten zudem die Verhaltensregeln beim Autofahren und vor allem beim Befahren von Kreisverkehren näher gebracht werden. Personen hingen aus den Wägen und die „Kreisel“ wurden mehrfach durchfahren. Zu gravierenderen Ausschreitungen kam es indes nicht.


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Zum Beitragsbild (oberhalb der Überschrift): Politische Motivwagen waren beim Lohrbacher Fastnachts-Nachtumzug eher selten. In einem der wenigen wurde die geplante Grenzmauer zwischen den USA und Mexiko aus etwas anderer Sichtweise aufs Korn genommen. Foto: frh