Gottesdienst zur Ratsherrenweckfeier

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Der traditionellen Ratsherrenweckfeier geht ein ökumenischer Gottesdienst mit Verstorbenengedenken in der Stiftskirche voraus.

Mosbach. (pm/red) Nach der Teilung der Kurpfalz im Jahre 1410 erkor Pfalzgraf Otto I. Mosbach zu seiner Residenz. Aus seiner Ehe mit Johanna von Bayern-Landshut gingen neun Kinder hervor. Im Jahr 1447 hob Otto I. die Ratsherrenweckstiftung ins Leben: In einer feierlichen Seelenmesse sollten die damaligen Ratsherren für ihn und seine Familie beten. Doch nicht alle Räte waren fleißige Messgänger und so verfügte der Pfalzgraf, dass bei Nichterscheinen eine Strafe von zwei Pfennigen fällig ist. Wer hingegen an dem Seelenamt teilnahm, wurde mit einem speziellen Brötchen belohnt, dem „Ratsherrenwecken“.

Nach dem 2. Weltkrieg wurde der Brauch 1953 von Gemeinderat und Bürgermeister wieder zum Leben erweckt und wird bis zum heutigen Tag gepflegt. Traditionell geht der Feier im Kreise der Ratsherren und -damen ein Gottesdienst voraus. Nach Verteilung der Wecken und einem Festvortrag wird ein schlichtes Mahl aufgetischt und auf den Begründer dieser mittlerweile 572 Jahre alten Traditionen angestoßen. Die „Ratsherrenweckfeier“, zu der Oberbürgermeister Michael Jann den Gemeinderat und weitere Gäste eingeladen hat, wird von einem ökumenischen Gottesdienst eingeleitet, in dem den im Jahr 2018 verstorbenen Einwohnern der Großen Kreisstadt Mosbach gedacht wird.

Der Gottesdienst findet am Freitag, den 11. Januar um 17 Uhr in der Stiftskirche statt und wird von Pfarrerin Ruth Lauer sowie Pfarrer Dr. Stefan Rencsik gestaltet. Den Festvortrag in der anschließend im Bürgersaal des Rathauses stattfindenden Ratsherrenweckfeier hält der Mosbacher Privatdozent und Friedensforscher Dr. phil. habil. Hans Günter Brauch. Der Titel des Vortrages lautet „Global denken und lokal handeln im Anthropozän“. Die Bevölkerung ist eingeladen, an der Messe zum Gedenken an die verstorbenen Mitbürger Mosbachs teilzunehmen.


Zum Beitragsbild (oberhalb der Überschrift): Die Mosbacher Stadträtinnen und Stadträten erhalten bei der alljährlichen Ratsherrenweckfeier, beruhend auf einer alten Tradition, jeweils einen „Ratsherrenwecken“. Foto: Stadt Mosbach / pm