„Junique1“ ist gestartet

Foto: Johannes-Diakonie Mosbach

Berufsbildungswerk (BBW) Mosbach-Heidelberg weihte Wohnangebot für Jugendliche mit besonderem Betreuungsbedarf ein.

Neckarelz. (pm/red) „Junique1“ heißt das neue Jugendhilfe-Angebot des Berufsbildungswerks (BBW) Mosbach-Heidelberg, das dieser Tage in Neckarelz eingeweiht wurde. Die betreute Wohngruppe im ersten Stock des ehemaligen Gasthauses „Hirsch“ bietet Wohnraum für bis zu acht junge Menschen ab 15 Jahren, die aus unterschiedlichen Gründen nicht bei ihren Familien leben können. BBW-Fachkräfte kümmern sich um die Bewohner und Bewohnerinnen, die sich in der oft schwierigen Übergangsphase von der Schule in den Beruf befinden und in „Junique1“ auf ein selbstständiges Leben vorbereitet werden. Die Teilnahme an einem BBW-Ausbildungsangebot ist ihnen möglich, sie ist aber keine Voraussetzung für die Aufnahme in „Junique1“.

Das „Junique1“-Team rund um BBW-Leiter Manfred Weiser (vorne m.) und den Leiter des Bereichs Wohnen und Freizeit im BBW, Christoph Gerber (hinten 2.v.r.) sowie Einrichtungsleiterin Angi Schwager (hinten r.). Foto: Johannes-Diakonie-Mosbach / pm

Die Projektverantwortlichen des BBW blickten bei der Einweihung mit Nachbarn, Vertretern von Stadt, Jugendamt und Kirchengemeinden ebenso wie mit Kooperationspartnern und BBW-Mitarbeitenden zurück auf eine lange, aber letztlich erfolgreiche Vorbereitungsphase. BBW-Leiter Manfred Weiser freut sich nicht zuletzt über die gute Aufnahme im Stadtviertel. So steuerte unter anderem die Schulband „Improvision“ des nahen Auguste-Pattberg-Gymnasiums die passende Musik zur Einweihung bei. Die ersten Schritte zu einer guten nachbarschaftlichen Beziehung seien gemacht, erklärte Weiser. Es seien wichtige Schritte: „Unser Angebot soll eingebunden sein in die Angebote des Stadtteils.“ 15 Jahren hat es gedauert, bis die BBW-Jugendhilfe Wirklichkeit werden konnte, erklärte Dr. Hanns-Lothar Förschler, Vorstandsvorsitzender der Johannes-Diakonie, deren Bestreben es sei „jungen Menschen eine berufliche Perspektive zu bieten“. Teil des Jugendhilfe-Konzepts ist auch ein „eng verzahntes Miteinander“ mit Angeboten der Diakonie-Klinik Mosbach, welche die Jugendlichen bei Bedarf in Anspruch nehmen können, wie deren Ärztlicher Direktor Dr. Karsten Rudolf betonte.

Als Stellvertreter des Oberbürgermeisters beschrieb Stadtrat Josef Bittler die BBW-Wohngruppe als neuen Impuls für den Stadtteil: „Wir freuen uns, das hier neues Leben einzieht und dass es einen Leerstand weniger gibt.“ Das spezialisierte Angebot für Jugendliche im Übergang zum Beruf füllt eine Nische in der örtlichen Jugendhilfe, wie der Vertreter des Kreis-Jugendamts, Peter Kuhl-Bartholomeyzik, hervorhob. Wohnortnahe Unterstützung für Eltern und Jugendliche werde nun möglich. Tatsächlich wurde das Angebot von Beginn an stark nachgefragt. Für „Junique1“ gibt es bereits eine Warteliste. Die Bewohnerinnen und Bewohner werden rund um die Uhr begleitet. Diese Aufgabe übernimmt ein Team von fünf BBW-Mitarbeitern, das die Leiterin von „Junique1“, Angela Schwager, bei der Einweihung vorstellte. Pfarrer Richard Lallathin und Leni Endlich als Vorsitzende des evangelischen Kirchengemeinderats Neckarelz gestalteten die Andacht zur Einweihungsfeier gemeinsam.  Nach dem offiziellen Teil konnten die Gäste die Räumlichkeiten von „Junique1“ besichtigen. Der weitläufige erste Stock des historischen Gebäudes beinhaltet nach dem Umbau außer Einzelzimmern und Bädern auch ein Mitarbeiterbüro und eine geräumige und lichte Wohnküche als Treffpunkt für die Wohngemeinschaft.


Zum Beitragsbild (oberhalb der Überschrift): Das Jugendhilfeangebot „Junique1“ im ehemaligen Gasthaus „Hirsch“ wurde bei einer Feier eingeweiht. Foto: Johannes-Diakonie-Mosbach / pm