Gemeinschaftsschule geht neue Wege

Erster Berufsinformationstag an der Gemeinschaftsschule Obrigheim.

Obrigheim. (frh) Der pädagogische Ansatz lässt sich kaum noch mit dem althergebrachten Schulunterricht vergleichen: „Es ist eine völlig andere Herangehensweise“, beschreibt Andrea Stojan, Schulleiterin der Gemeinschaftsschule Obrigheim (GSO), die neue Schulform, die an der früheren Grund- und Hauptschule seit zwei Jahren praktiziert wird. Die rund 400 Schülerinnen und Schüler werden hier ausgehend von der Grundschule im Schulverbund über den Hauptschulabschluss zur mittleren Reife geführt. Welche beruflichen Wege sich von da aus eröffnen, wurde ihnen am Dienstag in einem Berufsinformationstag aufgezeigt.

„Wir haben ein gutes Netzwerk, wollen aber noch mehr Unternehmen ins Boot holen“, beschrieb Michael Haag als für die Berufsorientierung beauftragter Lehrer an der GSO. Schon seit 2013 verfüge man auf diesem Feld über die „BoriS“-Zertifizierung, die von Arbeitgeberverbänden getragen wird. Damit sei man bestens vorbereitet gewesen, eine neue Verwaltungsvorschrift, die solche Informationstage zukünftig verlangt, schon etwas früher umzusetzen. Und mit der Hilfe von sieben Unternehmen und Institutionen, die am Dienstagvormittag ins Schulhaus kamen, gelang dies auch in einem beträchtlichen Angebotsumfang. „So werden die Jugendlichen nicht ins kalte Wasser geworfen, wenn sie sich bei Unternehmen bewerben“, unterstreicht Schulsozialarbeiter Marcel Mader vom Caritas-Verband.

Vorträge der Firmenvertreter und Bewerbungstraining in Form eines für jeden Teilnehmer simulierten Vorstellungsgespräch gaben Möglichkeiten zum Selbstversuch, das manche der zukünftigen Bewerber mehr und manche weniger nervös angingen. Defizite zu erkennen und dabei zu lernen, wie man sie souverän umschifft, kann später entscheidend sein, zeigten die Ausbilder und Personaler anschaulich auf. Ebenso wurde Bewerbungsmappen begutachtet und erörtert, wie man sich auf Auswahltests vorbereitet. Bei dem Berufsinformationstag an der GSO stellten die Firmen Mosca und Impreglon technische und kaufmännische Ausbildungsgänge vor. Die Johanniter und der evangelische Kindergarten Obrigheim zeigten Perspektiven in sozialen Berufsfeldern auf. Die Gemeindeverwaltung Obrigheim brachte die Arbeit von Verwaltungsfachangestellten näher, während die Handwerkskammer Rhein-Neckar-Odenwald über die Chancen im Handwerk Auskunft gab. Und die Bundesagentur für Arbeit rundete das Paket mit allgemeinen Informationen zur Berufswahl ab.


Zum Beitragsbild (oberhalb der Überschrift): In simulierten Bewerbungsgesprächen zeigten Ausbilder wie hier Oliver Krieger von der Firma Mosca Waldbrunn den Schülern praxisnah, welche Fragen sie in einem Vorstellungsgespräch erwarten. Foto: frh