Dem Leben von Eduard Posert nachgespürt

Nikhita Johmann schrieb im Seminarkurs „Journalismus“ am APG einen Artikel über ihren Urgroßvater und dessen KZ-Haft.

Neckarelz. (pm/red) Geschichte als Teil gelebten Lebens und nicht nur als Teil des Lehrplans zu erfahren, diese Möglichkeit bot sich Nikhita Johmann im Seminarkurs „Journalismus“ am Neckarelzer Auguste-Pattberg-Gymnasium (APG). In ihrer Abschlussarbeit „Geschichte ganz nah – Aus dem Leben eines KZ-Häftlings“ setzte sie sich mit dem Schicksal ihres Urgroßvaters Eduard Posert auseinander, der in der NS-Zeit vier Jahre seines Lebens in verschiedenen Konzentrationslagern verbrachte. Nach seiner Verhaftung 1941 war er zunächst in den KZs von Neuengamme und Dachau interniert worden, bevor man ihn 1944 in das neu aufzubauende Lager Neckarelz verlegte. Nach seiner Befreiung bei Kriegsende blieb Neckarelz sein Lebensmittelpunkt: Mit Else Fütterer gründete er eine Familie und widmete sich seinem Lebenswerk, dem Aufbau der Gärtnerei Posert, des späteren Birkenhofs.

Den Schwerpunkt ihrer Arbeit legte Nikhita Johmann auf die Zeit Eduard Poserts im KZ Neckarelz. Die intensive Vermittlung journalistischer Arbeitstechniken durch die beiden Leiter des Seminarkurses, Oberstudienrat Bernhard Stüber und Diplom-Theologe Thomas Lorenz, erwies sich dabei als unverzichtbar. Die wenigen Aussagen Poserts, die von seinen Kindern, Nikhitas Großvater und dessen Bruder wiedergegeben wurden, bezog die Schülerin in ihre Seminararbeit ebenso ein wie alte Familienfotos. „Ich fand das Thema sofort fesselnd, vor allem wegen meiner inhaltlichen, räumlichen und emotionalen Nähe dazu“, begründete Nikhita Johmann ihre Entscheidung für die Schwerpunktsetzung ihrer Arbeit. In vielfacher Hinsicht sei der Besuch des Seminarkurses „Journalismus“ für sie dabei gewinnbringend gewesen.

„In ihrer Abschlussarbeit im Seminarkurs Journalismus setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit einem regionalen Thema auseinander. In ihrer sehr persönlichen Arbeit über ihren Urgroßvater, der als politischer Gefangener im KZ-Neckarelz lebte, ist es Nikhita Johmann auf ganz besondere Weise gelungen, diesen Anspruch zu erfüllen“, bewerten Thomas Lorenz und Bernhard Stüber die Leistung ihrer Schülerin. Die junge Autorin selbst betrachtet in ihrer Arbeit die Geschichte nicht als angeschlossene Gegebenheit, sondern als eine Zeit, deren Aktualität und Gegenwartsbedeutung sie zur Diskussion stellt. Darin sieht sie den besondere Wert ihrer Arbeit, die in der KZ-Gedenkstatte Neckarelz erhältlich ist.


Zum Beitragsbild (oberhalb der Überschrift): V.l.: OStr Bernhard Stüber, Nikhita Johmann, Diplom-Theologe Thomas Lorenz. Foto: Auguste-Pattberg-Gymnasium / pm