Narren ergriffen Landrat, Bürgermeister und Stadträte

„Rathausstürmung“ mit bunten Programm und Stadträten als Gardetänzern.

Mosbach. (frh) Zur traditionellen „Rathausstürmung“ am Samstag vor Rosenmontag hatten die Narren in der Großen Kreisstadt Mosbach wieder allerhand aufgefahren – von den großen Kanonen der Stadtmauergarde bis zu den kleinen Jecken, die fleißig die Kamelle aufsammelten, die von den vergleichsweise wenigen „Rathausverteidigern“ um Bürgermeister Michael Keilbach von der großen Treppe am Rathaus geworden wurden. Vom Ludwigsplatz her durch die Altstadt hindurch marschierenden kündigte die lautstarke Guggemusik der Schnoogebadscher aus Binau die Horden bereits auf Entfernung an.

Den neuen Fahrradweg der Mosbacher-Straße in Neckarelz realitätsnah ausprobieren durfte Bürgermeister Michael Keilbach. Foto: privat

Um Punk 11.11 Uhr sollten die Verteidigungslinien brechen und die Stadtmauergarde konnte Bürgermeister Michael Keilbach, der längst die weiße Flagge geschwenkt hatte, sowie den einmal mehr in der Buchener Fastnachtstracht des „Huddelbätz“ erschienen Landrat Dr. Achim Brötel ergreifen. Und auch die gekommenen Stadträte wurden gleich mit in Richtung Bühne abgeführt. Dort hatten sich die Narren so einiges einfallen lassen, um mit den Kommunalpolitikern karnevalistisch ihren Schabernack zu treiben. So durfte Keilbach auf ein Fahrrad aufsitzen und damit in realitätsnaher Simulation den Radweg der Mosbacher Straße in Neckarelz austesten – auffahrenden LKW (hier aus Pappe) und plötzliche Hindernisse inklusive. Für die Stadträte gab es statt Ratherrenwecken und Wein diesmal „Ratseier“ und ein ominöses Getränk in großer Flasche. „Für’s Rumeiern“ seien die Gaben bestimmt, hieß es dazu von den Obernarren. So sprach Bert Hergenröder seinen Monolog auf die aktuelle Kommunalpolitik, den der in Urlaub weilende Oberbürgermeister nun ebenfalls seinen Stellvertreter „auf den Buckel gebunden“ habe.

Und einen karnevalistischen „Talentwettbewerb“ im karnevalistischen Tanzen sollte es ebenfalls geben: Nachdem die Mädels der „Neck-Garde“ von der KG „Neckario“ Neckarelz es gekonnt vorgemacht hatten, mussten die Stadträte sowie Landrat und Bürgermeister selbst ran. Die „SPD-Garde“, bestehend aus den Stadträten Ursula Gregori, Frank Heuß (verkleidet als „Ninja-Turtle“) und MdL Georg Nelius (als „roter Teufel“) trat in Konkurrenz zu Stadtrat Steffen Baier, Achim Brötel und Michael Keilbach an. Wer mehr Applaus erhielt, war schwer zu sagen. Zum Abschluss führte eine große Polonäse zu den Klängen der bunt zusammengewürfelten Fastnachts-Blaskapelle sowie Rhythmen der Schnoogebadscher quer über den Marktplatz und schließlich zum Umtrunk in den unteren Rathaussaal.


Zum Beitragsbild (oberhalb der Überschrift): Für Bürgermeister Michael Keilbach und Stadträte gab es kein Entrinnen: Auf der Bühne vor dem Rathaus erklärte der Präsident der KG „Neckario“ Neckarelz, Gerd von Hülsen, die närrische Machtübernahme bis Aschermittwoch. Und auf die „Gefangenen“ Kommunalpolitiker wartete einiges an Schabernack. Foto: privat