„Q-rage“ zeigte „Grenzbereiche“ auf

Präventionstheater aus Ludwigsburg trat am Nicolaus-Kistner-Gymnasium auf.

Mosbach. (frh) Schon zum zweiten Mal war das Präventionstheater „Q-rage“ (ausgesprochen etwa wie „Courage“) aus Ludwigsburg zu Gast am Nicolaus-Kistner-Gymnasium (NKG). Organisiert hatten den Besuch die Schulsozialarbeiter im Schulzentrum „Katzenhorn“, so dass an den beiden Vorstellungen Schülerinnen und Schüler der achten Klasse von NKG, Pesta-Lozzi-Realschule (PRS) und Ludwig-Erhard-Schule (LES) teilnahmen – ebenso war eine VABO-Flüchtlingsklasse („Vorqualifizierung Arbeit und Beruf ohne Deutschkenntnisse“) mit im Publikum.

Im großen Musiksaal des NKG begrüßten der dortige Schulsozialarbeiter Manuel Zin und seine Kollegin von der LES, Erna Hemberger. Worte des Dankes richtete NKG-Schulleiter Jochen Herkert insbesondere an die Organisatoren und die Protagonisten des Theaters. Unter der Regie von Jörg Pollinger wurde das interaktive Bühnenstück „Grenzbereiche“ von lediglich zwei Protagonisten gespielt: Franzi (Kati Schweitzer) und Lars (Daniel Neumann), die in der Schule in Parallelklassen gehen, sich sympathisch finden und einander näher kommen. Die beiden Schauspieler haben viel Erfahrung im Improvisationstheater und passen das „Drehbuch“ jeweils flexibel auf den „Input“ aus dem Publikum an.

Als es im Theaterstück, das in einem Jugendhaus spielt, beiderseitig zu mehr oder weniger „zufälligen“ Berührungen an sensiblen Stellen kommt und überdies Handy-Fotos ohne Einverständnis verbreitet werden, wurden zwei Überraschungsgäste auf die Bühne gebeten. Jugendrichter Hendrik Gaude und Rüdiger Bäuerlein vom Polizeipräsidium Heilbronn machten an den gerade gesehenen Beispielen deutlich, wo bereits der „Anfangsverdacht“ von Straftaten bestehen würde oder welche rechtlichen Konsequenzen bei Verbreitung von Fotos ohne Einverständnis des Fotografierten sowie des Urhebers drohen können. Ob Franzi und Lars im Bühnenstück doch noch als Paar zusammenfinden, bleibt am Ende offen. Der Vorhang fiel nicht, aber Applaus gab es trotzdem reichlich für die Theaterspieler.


Zum Beitragsbild (oberhalb der Überschrift):  Während den szenischer Unterbrechungen des Theaterstücks unterstützten Jugendrichter Hendrik Gaude und Polizeibeamter Hendrik Bäuerlein den Regisseur Jörg Pollinger, „Grenzbereiche“ im gezeigten Verhalten rechtlich zu beleuchten. Foto: frh